Exhibition view ZEICHNUNGEN / FOTOMONTAGEN / VISUELLE MUSIK

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Gerhard Rühm – ZEICHNUNGEN / FOTOMONTAGEN / VISUELLE MUSIK


Opening Friday, 25 January 2013, 18 h
Exhibition 26 January – 16 March 2012
Gerhard Rühm zu meinen fotomontagen
wie ich ab 1955 in meinen “typocollagen” einzelne wörter, abstrakte begriffe in “konstellationen”
zueinander in beziehung gesetzt habe, so in meinen bilder konkreter dinge und situationen. darum
hatte ich auch zunächst erwogen, meine fotomontagen “fotokonstellationen” zu nennen, um den
prinzipiellen unterschied zu herkömmlichen fotocollagen, in denen – um illusionistische bildinhalte zu
vermitteln – teile von fotos ausgeschnitten und möglichst bruchlos in andere fotos hineincollagiert
sind, noch deutlicher hervorzuheben. schon 1955 habe ich auf einigen blättern wörter mit fotos
kombiniert, das heisst abstrakten nennungen konkrete abbilder gegenübergestellt. daraus
entwickelten sich bald foto-text-serien, die in mehr oder weniger freien assoziationen eine reihe von
blättern verknüpfen und eigentlich für eine publikation in heft- und buchform gedacht sind. ab 1957
habe ich schliesslich auch reine fotomontagen hergestellt, die auf wortsprachliches ganz verzichten:
einerseits als einzelblätter, andererseits wieder als folgen in mappenform – sozusagen als
“fotogeschichten”, deren zusammenhang aus der anordnung des bildmaterials erschlossen werden
kann. insofern haben auch die reinen fotomontagen, wie jede gegenständliche kunst, einen
literarischen aspekt: das dargestellte “handelt” ja von etwas, gegenstände suggerieren ihren namen,
situationen ihre interpretierende deutung.
rein bildnerische qualitäten sind freilich bei den fotomontagen bewusst mitkomponiert – in den
anschlüssen benachbarter fotos, in den proportionsverhältnissen der bildausschnitte zueinander und
zur tragenden fläche, auch den farbwerten, sofern die fotos solche aufweisen.
die bilder sind wirklichkeitsmomente, und um deren realitätscharakter zu verstärken, habe ich
vorzugsweise dokumentarisches bildmaterial aus aktuellen zeitschriften verwendet. sie sind auf der
fläche unmittelbar nebeneinander gesetzt oder zueinander in spannungsvolle distanz gebracht.
manchmal erscheint im gegensatz zum weiss der grundfläche ein schwarzes, zuweilen auch
monochromes quadrat als nichtbild neben den fotos – ich sehe darin einen “absoluten” bezugsort,
eine art magisches kraftfeld, das die dingwelt relativiert, gewissermassen in schwebe versetzt. stehen
die fotos hingegen auf schwarzem grund, so erscheint das dargestellte kulissenhaft mit der tiefe des
raums konfrontiert.

 

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