Birgit Verwer

Birgit Verwer (S)
ALMOST DOESN’T COUNT
Opening Sunday, 18 September 2016
Exhibition 19 September till 30 October 2016
Livingstone Gallery, The Hague

Franz Burkhardt

Franz Burkhardt
Homebase. Das Interieur in der Gegenwartskunst
Opening Thursday, 07 April 2016, 7 pm
Exhibition 08 April till 23 July 2016
KAI 10 | ARTHENA FOUNDATION, Düsseldorf

Julia Bünnagel

Julia Bünnagel (G)
Grün stört
Im Fokus einer Farbe
Opening Sunday 22 May 2016
Exhibition 23 May – 14 August 2016
Marta Herford, Herford

Franz Burkhardt

Franz Burkhardt (G)
Homebase. Das Interieur in der Gegenwartskunst
Opening Thursday, 07 April 2016, 7 pm
Exhibition 08 April till 23 July 2016
KAI 10 | ARTHENA FOUNDATION
Düsseldorf

Manfred Schneider

Manfred Schneider (G)
How Heavy is Time?
Opening Sunday, 10 January 2016, 4 pm
Exhibition 11 January – 12 March 2016
Livingstone Gallery, The Hague

Franz Burkhardt

Franz Burkhardt (G)
Homebase. Das Interieur in der Gegenwartskunst
Opening Wednesday, 02. December 2015
Exhibition 03. December 2015 – 21. February 2016
Kunsthalle Nürnberg, Nuremburg

Christian Berg

Christian Berg
LAST SCULPTURE BEFORE NEXT FLOOR
Opening Friday, 04 March 2016, 7pm
Exhibition 05 March – 02 April 2016
Jagla Ausstellungsraum
Cologne

Julia Bünnagel

Julia Bünnagel (S)
NEON NOISE
Opening
Friday, 29 January 2016, 6 pm
Exhibition
20 January – 31 March 2016

Julia Bünnagel

Julia Bünnagel
ESPLENDOR GEOMETRICO

Opening Friday, 04 September 2015, 6 pm
Exhibition 05 September – 24 October 2015

Galerie Rupert Pfab, Poststraße 3, 40213 Düsseldorf

Julia Bünnagel

Exhibition View

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ESPLENDOR GEOMETRICO

Opening Friday, 04 September 2015, 6 pm
Exhibition 05 September – 24 October 2015

Galerie Rupert Pfab, Poststraße 3, 40213 Düsseldorf

In ihrer ersten Einzelausstellung in der Galerie Rupert Pfab zeigt die Kölner Bildhauerin, Installationskünstlerin und Soundperformerin Julia Bünnagel eine Auswahl neuerer Arbeiten.
In einer intermedialen Installation aus Sägezeichnungen, Papierarbeiten, Schrift, Licht, Sound und kybernetischen Objekten arrangiert sie die Galerieräume zu einem Spannungsraum aus Zwei- und Dreidimensionalität, Licht und Schatten, Masse und Leere. Die Metaphysik der Nacht, Klang und vor allem das Konzept der Sphärenmusik, die nach Pythagoras den Klang von Planetenbewegungen beschreibt, bilden die thematischen Schwerpunkte der Gesamtinstallation.

Julia Bünnagels Arbeiten strahlen stets starke physische Präsenz aus. Sie fügen sich in den vorhandenen Raum ein und ergänzen ihn. Raum und Installation erscheinen wie architektonische Fragmente einer größeren, nicht existenten Wirklichkeit und erinnern an die Utopien von Le Corbusier, Tatlin oder Oscar Niemeyer, aber auch an Kulissen aus Science-Fiction Filmen. Fasziniert von der Unmittelbarkeit der Musik und der Idee ihrer mathematischen Grundlage kreisen die gezeigten Arbeiten zwischen Sound und Geometrie. In ihren Werktiteln und Schriftbildern bezieht sich Julia Bünnagel auf Songtitel und Liedtexte. Eine eigens komponierte Sphärenmusik durchdringt die Ausstellung. Der Ausstellungstitel ESPLENDOR GEOMETRICO, der Prachtvolle Geometrie bedeutet, ist dem Namen einer spanischen Noise-Industrialband entlehnt. Solche ‘prachtvollen Geometrien’ treffen auf Entwürfe von Schallplattencover und sonore Bilder und Objekte. Geometrische interstellare Skulpturen hängen rotierend, an Planeten erinnernd, von der Decke und scheinen den Raum in Bewegung zu bringen.

Julia Bünnagel (*1977) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und ist Meisterschülerin von Prof. Hubert Kiecol. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen wie im Pori Art Museum in Finnland, im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr, im Kunstverein Hamburg-Harburg und in der Artothek Köln ausgestellt. Sie erhielt Stipendien im In- und Ausland, wie die Künstlerresidenz auf Schloss Ringenberg oder für ihr Projekt Super Sonic Structure das Arbeitsstipendium der Kunststiftung NRW. 2014 war sie mit einem Auslandsstipendium in Yerevan, Armenien und 2015 erhielt sie den Preis „Horizont – Raum“ der Freunde der Artothek Köln.

Julia Bünnagel bildet zusammen mit Patricia Köllges und Tamara Lorenz das Künstlerkollektiv Sculptress of Sound, das seit 2011 mit ihren spectodramatischen Soundperformances (audio-performative Installationen) auftritt. Seit kurzem performt sie auch alleine als DJane live Sets mit modifizierten Schallplatten, die Geräusche produzieren. Die bildhauerisch behandelten Oberflächen der Schallplatten, die eingesägt, lackiert oder beklebt sind, werden so ineinander gemischt, dass treibende rhythmische Soundscapes entstehen. Eröffnungswochenende im Rahmen der Düsseldorf Cologne Open 2015

Timo Behn, Julia Bünnagel, Frauke Dannert, Jens Schubert

Exhibition View

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Opening Thursday, 03 September 2015, 6 pm
Exhibition 04 September – 03 October 2015

DAAB SALON, Maastrichter Str. 53, Köln

Die Galeristen Sebastian Brandl (Köln) und Rupert Pfab (Düsseldorf) zeigen im DAAB SALON eine Gruppenausstellung mit Arbeiten von Timo Behn, Julia Bünnagel, Frauke Dannert und Jens Schubert. Die intermediale Schau umfasst Bilder, Objekte, Collage und Drucke, in denen im Zuge des künstlerischen Ausdrucks eine Auseinandersetzung mit der euklidischen Geometrie und deren Dynamik stattfindet. Die inhaltliche Gemeinsamkeit ermöglicht wiederum eine Korrespondenz zwischen den künstlerischen Positionen, so dass sich die Gesamtschau dem Betrachter als eine Gesamtkomposition präsentiert.

So zeigen die geometrisch-abstrakten Bilder von Timo Behn (*1973 in Jena) durch die Hervorhebung des Linearen eine konstruktivistische, architektonische Form. Bedingt durch die perspektivische Wirkung von hellen und dunklen, kalten und warmen Farben, werden die Formen zu virtuellen Raumfragmenten. Es kommt zu einem beständigen Kippen, Zurückweichen und Vorwärtsdrängen einzelner Teile. Verstärkt wird diese Tendenz durch die vielseitige Materialwahl. Der Künstler verarbeitet neben Öl, Acryl und Lack auch Bitumen, Stoffe, Holz, Fotos und andere Materialien zu atmosphärisch dichten Bildern.
Julia Bünnagels (*1977 in Haan) raumbezogene Objekte erscheinen wie Fragmente und Modelle einer utopischen Architektur. In ihren dreidimensionalen Arbeiten aus Aluminium, Holz und MDF entwickelt sie Möglichkeitsräume, modulare Systeme, die sich den Grundformen Linie, Fläche, Volumen als Grundbausteine bemächtigen. Das Modulare der einzelnen Bestandteile weckt nicht nur die Vision von einer stets möglichen räumlichen Erweiterung, sondern transportiert zudem eine zeitliche Komponente von Veränderung und Dynamik.

Die Collagen auf Papier und Aluminium von Frauke Dannert (*1979 in Herdecke) thematisieren den Stadtraum und seine Architektur als ästhetisches, historisches und sozial gewachsenes Gefüge. Dabei greift die Künstlerin auf gesammeltes Bildmaterial zurück, zerlegt die Architektur in ihre Einzelteile und fügt sie zu neuen Kompositionen zusammen. Die fantasievollen Anordnungen pendeln zwischen utopischer Städteplanung, surrealistischer Architektur und verspieltem Ornament.

Jens Schubert (* 1983 in Schwarzenberg) untersucht in seinen Linol- und Digitaldrucken die historische Wandlung von Symbolen und Mustern. In seinen seriell angelegten Werken dechiffriert er die Formensprache aus Computerspielen, Fantasy-Welten, Comics, Street Art, Wissenschaft, Natur und antiker Mythologie. Wie Puzzleteile werden farbige Symbole oder kantige Farbflächen zueinander arrangiert und scharfe Schablonen zu kontrastreichen Ornamenten angeordnet.

 

 

 

Timo Behn, Julia Bünnagel, Frauke Dannert, Jens Schubert

Timo Behn, Julia Bünnagel, Frauke Dannert, Jens Schubert
DAAB SALON
Maastrichter Str. 53, Köln
Opening Thursday, 03 September 2015, 6 pm
Exhibition 04 September – 03 October 2015

Jan Stieding

Jan Stieding (S)
danach draußen
Opening 19 March 2015
Exhibition 20 March – 10 May 2015
LAMOA
3330 Eagle Rock Blvd, Los Angeles (CA)

Julia Bünnagel

Julia Bünnagel
Reise um den Tag in 80 Welten
5. März – 25. April 2015
Arthothek Köln

Geometric Disco – Soundperformance
Wednesday, 15 April 2015, 8.45 pm

FLASH IN THE HOLE – Timo Behn und Christian Berg

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FLASH IN THE HOLE – Timo Behn und Christian Berg
07. März – 30. Mai 2015
KunstVoll Projektraum, Frankfurter Straße 47, 63263 Neu-Isenburg

 

 

 

von Esther Erfert M.A., Kunsthistorikerin

Die Galerie Sebastian Brandl aus Köln ist mit ihrer Ausstellungsreihe anderswo zu Gast im Projektraum KunstVoll. Dort präsentiert sie in der Ausstellung FLASH IN THE HOLE die zwei abstrakten Positionen der deutschen Künstler Timo Behn und Christian Berg.

Timo Behn, 1973 in Jena geboren, absolviert das Studium der Freien Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und schließt 2007 als Meisterschüler von Professor Ottmar Hörl ab. Es folgen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Er lebt und arbeitet in Berlin. Das Hauptmedium von Timo Behn ist das Tafelbild und die Zweidimensionalität, wobei er Räume entstehen lässt, die uns Dreidimensionalität suggerieren. Er bedient sich geometrischer Formen, die er neben-, ineinander- und übereinanderlegt; sie verschachtelt, auf- und zuklappen lässt. Oft agieren sie vor einem schwarzen oder dunklen Hintergrund. Die dunkle Farbe verleiht Tiefe und bietet den geometrischen Formen eine Art neutrales Bühnenbild, vor dem sie frei wirken können ohne sich in ihrer mehr oder weniger starken Farbigkeit gegenseitig zu stören. Seine Formen sind dynamisch und scheinen zu kommunizieren. Oft grenzen sie sich durch eine andersfarbige Linie ab, um dann doch wieder auf Tuchfühlung zu gehen und sich dicht an dicht einer Bewegung hinzugeben, die das Bild ständig zu verändern scheint. Helle und dunkle, warme und kalte Farben suggerieren dem Auge Tiefe, es entstehen verschiedene Ebenen.

Weiche, aber auch brutale Strukturen und scharfe Kanten bilden Räume, die man nicht begehen könnte; Durchgänge sind keine, wenn sich eine andere Form dazwischen schiebt. Hier liegen Flächen über- und untereinander, stoßen aneinander und bröckeln. Alles, was aus der Entfernung so vollkommen wirkt, was dem Auge Klarheit vorgibt, muss in der Nahansicht zugunsten einer Lebendigkeit der Oberflächen aufgegeben werden. Die strenge Geometrie, die klare Formensprache und die akkurat geführte Linienführung wird durch die Oberflächenbehandlung fast rekonstruiert. Es blättert und es wellt sich, unregelmäßige verschattete Farben und Muster überziehen geometrische Formen. Die Ruhe der einzelnen Form steht im Gegensatz zur Oberfläche. Hier tritt ein Bruch ein. Bei genauem Hinsehen entdecken wir collagierte Elemente, den Pinselduktus oder Abplatzungen, dies vergrößert die Kluft zur akkurat angelegten Form. Die Werke bekommen dadurch etwas Unvollkommenes. Der Form, die auch schnell abstoßend kühl wirken kann, wird Leben eingehaucht, es entstehen Bewegung und Schatten, Auf und Abs. Der auf die Ferne entstandene Eindruck zerfällt; das Perfekte wird dekonstruiert.

Hinzu kommen die größeren Zäsuren, die in manchen Bildern auftreten. Farbauslassungen oder helle fast wie nicht dazugehörige Farbflächen, die wie in dem Werk Herrgott, geht es uns gut Nr.2 aus dem Jahr 2014 eine Art ‘Störfaktor’ oder aber auch eine Pause in die Komposition bringen. Alle Flächen scheinen miteinander zu harmonieren, die Formen und Oberflächen interagieren. Im Zentrum jedoch befindet sich eine große, massiv wirkende helle Fläche mit einem kleinen blaugestreiften Part. Die beiden unterbrechen die Harmonie und trennen das Bild in einen linken dunklen und einen hellen rechten Teil. Das Blau lenkt die Aufmerksamkeit auf sich und wird fast zum Mittelpunkt, weil es zum einen beinahe im Zentrum des Bildes ist und zum anderen keine farbliche Entsprechung im Bild hat; es fällt heraus aus der Farbskala.

Timo Behn arbeitet meist in der Zweidimensionalität, einige seiner Werke jedoch belassen es nicht dabei, sie erobern sich den Raum durch dreidimensionale Elemente. Wie Relief Nr. 4 von 2015. Hier ist der Name Programm: ein Relief ist eine Darstellung, die sich plastisch vom Hintergrund, das heißt von der Fläche, abhebt. Mit diesen Reliefs beginnt Behn aktiv in den Raum hineinzudrängen. Die geometrischen Formen bekommen Körper, erhalten ein Eigenleben, wachsen in den Raum hinein und beginnen nun mit der Raumsituation in Kontakt und in Beziehung zu treten. Die Wirkung ändert sich, Flächen werden haptisch und bekommen eine andere wahrnehmbare Qualität. Damit steht das Werk als Kunstform zwischen der Bildhauerei und der Malerei. Der Schein wird zum Sein, die Malerei nähert sich der Skulptur.

Christian Berg, 1972 in Bonn geboren, absolviert das Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf und schließt 2004 als Meisterschüler von Professor Georg Herold ab. Es folgen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Er lebt und arbeitet in Köln.

Christian Berg arbeitet in Beton. Mit dem Stoff, der für die meisten von uns für Architektur und Gebäude, für Massivität und lastende schwere Formen steht.
Er hat in unseren Augen etwas künstliches, besteht aber letztlich aus den Naturstoffen Wasser, Sand und Kies gemischt mit Zement (meist Kalkstein und Ton). Beton ist ein sehr reines, wenig beeinflussendes und somit neutrales Material, da er weder die Maserungen noch die changierenden Farben von Stein oder Holz besitzt. Er ist nicht von Natur aus schön oder interessant, er fasziniert nicht durch seine Form, durch seine Herkunft oder seine eventuelle Bedeutung.
Der Entstehungsprozess einer Skulptur ist bei Berg ein langwieriger. Bevor er dazu kommt im endgültigen Material, dem Beton, zu arbeiten, muss er seine Idee in eine Negativform umsetzen, das heißt er muss eine Form konstruieren, in die er den Beton gießen kann. Während des Anrührens des Betons werden ihm Pigmente beigemischt, diese färben ihn durch und durch, die Farbe ist somit also kein additives Material, sondern gehört substantiell zum Beton und durchzieht die ganze Skulptur.
Der Akt des Gießens ist an der Skulptur am Ende sichtbar, man sieht Abdrücke der Verschalung, die die Form zum Gießen bildete. Nach dem Aushärten wird der Beton mit dem Hammer bearbeitet, es entstehen Risse und Brüche, die Skulptur verformt sich. Auf Fernsicht wirkt die Oberfläche glatt, auf Nahsicht jedoch erkennt das Auge Verletzungen im Material, die Bearbeitung durch den Künstler wird sichtbar. Bergs Skulpturen stehen autonom im Raum, sind an der Wand montiert oder lehnen sich an diese. Sie irritieren Sehgewohnheiten und scheinen Genresgrenzen zu überwinden.

Grob lassen sich die Werke in zwei Gruppen einteilen, es sind dies die länglich geformten, stelen- oder pfostenähnlichen Objekte und die architektonisch, kompakteren Werke. Berg reduziert die Skulptur auf Form und Struktur, es gibt kein Beiwerk, es ist die Reduktion auf das Wesentliche. Unterstrichen wird dies noch durch die klar angelegten Farben, akkuraten Linien, Farbanschlüsse- und flächen. Er stellt die Skulpturen in enge Beziehung zum Raum, spielt mit der Statik und der Kräfteverteilung. Form und Material der Werke wecken Assoziationen und Erinnerungen, lassen individuelle, aber auch kollektive Geschichten aufleben. So rein das Material als Material ist, ist es doch zum Beispiel mit viel Historischem aufgeladen. Vier dünne Armierungen halten eine massive Betonskulptur ohne Titel in ihrer Position. Sie lehnt an der Wand, nimmt zu ihr Kontakt auf. Dort, wo die Armierungen aus dem Beton treten gibt es einen scheinbaren Schnitt und die Wirkung dreht sich ins Gegenteil: ihre Masse und Schwere scheint auf einmal aufgehoben zu sein; es ist ein Spiel von Massivität und Leichtigkeit, von Lasten und Getrageneren. Zusätzlich lassen uns die Armierungen den Aufbau und das Innere der Skulptur erahnen. Die Oberfläche der Skulptur ist in hell-dunkel gehalten, ungefähr im Verhältnis zwei zu drei, wobei die ‘lastende’ dunkle Farbe nicht wie zu erwarten im unteren, sondern im oberen Teil und die hellere Farbe am Boden verwendet wird. Wo die beiden Farben aufeinander stoßen, bildet sich eine parallel zum Boden verlaufende Linie. Dagegen ist der Abschluss, auf der sie ruht dies nicht. Sie steht lediglich auf einer Kante. Dies ruft beim Betrachter eine kurze Irritation hervor, denn eine wirkliche Standfestigkeit scheint nicht gegeben. Das Werk steht mit seinem relativ grazilen Aufbau wie ein überdimensionales Zeichen im Raum, es fordert Aufmerksamkeit und beansprucht einen enormen Wirkungsraum um sich herum. Ähnlich verhält es sich mit einem anderen Werk ohne Titel aus dem Jahr 2007 tritt sehr kompakt auf, der dunkel eingefärbte Beton ist in einem Gitter aus Stahl integriert. Das Schwere und Lastende des Betons wird fast aufgehoben durch die gleichzeitige Leichtigkeit und Transparenz des Gitters. Bergs Skulpturen haben nichts gemein mit dem ‘klassisch-schönen’, seine Skulpturen sind nicht gefällig und einfach verständlich, sie erfordern ein genaues Hinsehen und eine Auseinandersetzung mit ihnen. Ihre Ästhetik erwächst aus der Reinheit des Materials und den klaren Formen, die durch gezielte Setzung von Farben und die Oberflächenbearbeitung ein spannendes Eigenleben entwickelt. Durch die Platzierung im Raum oder an der Wand und durch die Interaktion zum Raum werden sie ein Teil desselben.

Zudem entsteht bei manchen Skulpturen ein Eindruck des unabgeschlossenen; eventuell könnten Sie noch weiter gearbeitet oder etwas hinzugefügt werden. Vielleicht warten die Armierungen des Werks auf Ergänzung, vielleicht ist es fertig?

Diese Möglichkeit bringt eine zusätzliche Spannung in die Skulptur und lässt uns manches Werk weiterdenken.

So verschieden die beiden Genres, in denen Timo Behn und Christian Berg arbeiten, zu sein scheinen, sie sind sich näher als man auf den ersten Blick vermuten würde. Beide konstruieren architektonische Formen in ihren Werken und setzen sich mit Statik auseinander. Gemeinsam erarbeiten sie den Raum, den sie bespielen und als Bühne nutzen; erschaffen Durchblicke und Perspektiven. Ihre Werke bewegen sich aufeinander zu und gehen auf Tuchfühlung; manchmal irritieren sie den Betrachter in ihrer Interaktion und werfen zudem Fragen der Genres auf. Die Übergänge sind fließend; wo hört Behn auf, wo fängt Berg an?
Eine Stele Bergs versperrt den Zugang zu Behns Werk Abstrakte Collage 2 und lässt es nicht zu, dass der Betrachter näher heran tritt. Ein anderes Werk Christian Bergs aus dem Jahr 2010 ruht auf einem Sockel frei im Raum, es scheint als wären geometrische Formen Timo Behns aus dem Gemälde geklettert und hätten sich hier in einer dreidimensionalen Form manifestiert. Viele Gemeinsamkeiten verbinden die beiden Künstler, nicht nur im Äußeren, sondern auch in ihrem philosophischen Denken über ihre Kunst. Für beide stellt ihre Kunst eine Suche nach dem ‘Ding-an-sich’ dar: was ist das Wesentliche an einem Kunstwerk, wie kann ich es erreichen und wie stelle ich es dar? Die Ästhetik ihrer Kunst liegt in der Konstruktion und Dekonstruktion. Nicht das Perfekte, sondern das Sich-in-einem-Prozess-Befindliche kennzeichnet ihre Kunst, lässt sie atmen und nicht stillstehen und macht sie für den Betrachter so spannend.

Julia Bünnagel

Julia Bünnagel (P)
Sculptress of Sound
Soundperformance
20 February 2015
MARTa Herford

 

Behn / Berg

Sebastian Brandl / anderswo
presents at KunstVoll, Neu-Isenburg
Timo Behn
Christian Berg
FLASH IN THE HOLE
Opening Friday, 06 March 2015, 7 pm
Exhibition 07 March – 30 May 2015
KunstVoll
Frankfurter Straße 47
63263 Neu-Isenburg
www.kunstvoll-dielounge.de

At Home with Collector G.

Exhibition view

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At Home with Collector G.

12. Januar – 22. Februar 2015

Livingstone Gallery, Anna Paulownastraat 70 A/B, 2518 BH Den Haag

 

Unter der Ausstellungsreihe anderswo eröffnet Sebastian Brandl am Sonntag, den 11. Januar 2015 seine erste auswärtige Schau in dem Projektraum der Livingstone Gallery in Den Haag. In der Gruppenausstellung At Home with Collector G. wird dem Publikum das imaginäre Wohnzimmer eines Sammlers präsentiert, dessen Fokus auf der gegenständlichen Malerei, Zeichnung und Bildhauerei liegt. Mit Franz Burkhardt, Kerstin Fischer, Ruprecht von Kaufmann, Simone Lucas, Raquel Maulwurf, Manfred Schneider, Jan Stieding sowie Birgit Verwer umfasst die Privatsammlung acht zeitgenössische Künstler aus den Niederlanden und Deutschland.

Mit Eintritt in den Ausstellungsraum im ersten Stock des Altbaus befindet sich der Besucher in einem fiktiven Wohnraum, angedeutet durch farbige Wände sowie gewöhnliches Mobiliar wie Teppich und Sofa.
Gepaart wird diese Kulisse in dreidimensionaler Weise mit den Möbelskulpturen von Franz Burkhardt, einem amorphen Objekt Kerstin Fischers sowie einer erzählerischen Arbeit von Birgit Verwer.

Die Wohnzimmeratmosphäre wird ferner durch die Salonhängung der zahlreichen Bilder und Zeichnungen von Maulwurf, Lucas, Schneider und den übrigen Künstlern hervorgerufen. Schließlich folgt der passionierte Sammler G. dem Anspruch, all seine im Laufe der Jahre erworbenen Arbeiten auch ständig vor Augen zu haben, ein Lagerraum kommt für ihn nicht in Frage. Dabei geht es der Phantasiegestalt weniger um eine strategische, geordnete Präsentation seiner Werke, vielmehr blickt der Betrachter auf eine stetig gewachsene Kunstsammlung unterschiedlicher Positionen, die im Laufe der Zeit mit immer weniger Platz auskommen muss und deshalb regellos und zusammengewürfelt erscheint. Der Umstand der Verknappung von Raum und Wandfläche führt schließlich zu einer persönlichen Note bzw. Arrangement bei der Präsentation der Arbeiten. Auf diese Weise wird dem Besucher beim Betreten der Ausstellung ein fließender Übergang von privatem Wohnraum und öffentlichem Ort dargeboten.

Diese öffentliche Privatheit findet insbesondere ihren Ausdruck durch die Möbelskulpturen von Franz Burkhardt, und zwar einen Kaminsims und Tisch, die der Künstler aus verschiedenen Materialien bzw. Fundstücken zusammenbaut und an der Schnittstelle zwischen Gebrauchsgegenständen und zeitgenössischer Kunst verortet sind. Ferner wehen die Zeichnungen in alten, gebrauchten Rahmen dem Betrachter eine Prise Nostalgie entgegen. Das nostalgische Erinnerungsvermögen wird zusätzlich angeregt durch die alltäglichen, häuslichen sowie erotischen Themen und Motive, welche Burkhardt in zeichnerischer Präzisionsarbeit mit Bleistift, Tusche und Gouache in Szene setzt.
In ihren amorphen Objekten und abstrakten Zeichnungen setzt sich Kerstin Fischer hingegen mit den Fragen nach Materialität, Formsprache und Farbenspiel auseinander. In der auslotenden Herangehensweise legt die Künstlerin Wert auf eine möglichst konsequente Reduktion der künstlerischen Sprache auf elementare Aspekte. Ziel ist dabei, eine verbindliche Aussage über die Wirklichkeit zu leisten – oder auch die bestehenden ‘Gesetze’ zu kippen. In eben diesem ambivalenten, alchimistischen Zwischenreich sind die Arbeiten von Fischer angesiedelt, geht es ihr in ihrem künstlerischen Schaffen doch darum, etwas fühlbar, erfassbar zu machen, einer Vision vielleicht Gestalt zu verleihen, allerdings immer unter dem Deckmantel der Vermutung und Spekulation.

Ruprecht von Kaufmann folgt stattdessen bei seiner Motivsuche und deren Umsetzung in Zeichnungen sowie Gouachen eher der klassischen intellektuellen Auseinandersetzung, indem er auf die Literatur, Mythologie, Kunstgeschichte und Familienerzählungen zurückgreift. Dabei spielt die Perspektive eine wichtige Rolle, da der Künstler häufig mehrere Blickwinkel gleichzeitig ins Spiel bringt, so dass sich Aufsichten und externe Untersichten in einer Papierarbeit zusammen finden. Der souveräne Umgang mit dramatischen Perspektivwechseln zwischen Interieur und Landschaftsraum mitsamt dort agierenden Figuren führt zu einer Monumentalität, die den Betrachter geradezu in eine fiktive Welt hineinzieht.

Das vorrangige Sujet der Malerin Simone Lucas ist die menschliche Gestalt, die still versonnen oder in selbstverständlicher Handlung begriffen ist, häufig durch seitlich oder frontal einfallendes Licht in Szene gesetzt. Die realistischen Bilder, mit einem expressiven Duktus in überwiegend dunklen, verschwommenen Farbtönen gemalt, erscheinen als Traumsequenzen ohne festen Ort und aus der Zeit geworfen.

Raquel Maulwurf hingegen verzichtet in ihren stimmungsgeladenen Kohlezeichnungen auf die Darstellung von Personen, vielmehr thematisiert sie in eindringlicher Weise zum einen das selbstzerstörerische und damit irrationale Handeln der Menschen: Kriegsschauplätze, Atombombenexplosionen und Umweltverschmutzung verarbeitet Maulwurf zu eindringlichen Szenarien des Menschenuntergangs. Aber auch die Kraft und die Schönheit der Natur, ausgedrückt durch die vier Grundelemente des Lebens, Erde, Wasser, Luft, Feuer, sind ein zentrales Thema. Mit ihren schwarz-weißen Serien zu Trümmerfeldern, Flakfeuer und Bombenhagel auf Städte sowie Meereslandschaften, Wolkenbrüchen oder Waldbränden präsentiert Maulwurf ihre Form der Welterkundung.

Auf der Grenzlinie zwischen Darstellung und Abstraktion nähert sich Manfred Schneider seinen Bildern im Modus des Zweifels und bevorzugt für seine malerische Annäherung die heterogene oder hybride Form. Text und Bild, Figur und Grund, Abstraktion und Einfühlung, Ornament und Verbrechen bilden die Pole, zwischen denen die komplexen Arbeiten aufgespannt werden. Der Künstler verhandelt auf den Leinwänden das Verhältnis zu Bildern, die vor und neben, in und außerhalb der Kunst angesiedelt sind und eignet sich diese in einem langwierigen Prozess durch Übermalungen oder rahmende Umkreisungen an. Fotografische bzw. tagespolitische Fundstücke aus Illustrierten oder Zeitungen gehen dabei zusammen mit den malerischen Setzungen zahlreicher Schichten eine montagehafte Verbindung auf dem jeweiligen Bildträger ein.

Im Mittelpunkt der figurativen Bilder und Papierarbeiten von Jan Stieding stehen der Mensch und seine gesellschaftliche Verortung als Individuum, Paar oder Gruppe mitsamt seinen Emotionen, sozialen Beziehungen und Lebenslagen. Ausgestattet mit einem einfühlsamen Blick, behandelt der Künstler ambivalente Themenkomplexe wie Melancholie und Leichtigkeit, Schönheit und Tragik, Einsamkeit und Zusammengehörigkeit, und beschreibt die Gratwanderung zwischen Glücksstreben und dem Scheitern von Utopien und Wunschbildern ihrer Protagonisten.

In bildhauerischer Weise setzt sich Birgit Verwer mit den Themen Religion, Politik, Kapitalismus, Philosophie und Alltagsleben/-problemen der Menschen unter besonderer Berücksichtigung ihrer eigenen Biographie auseinander. Dabei greift sie auf die unterschiedlichsten Fundstücke zurück und hinterfragt mit ihren zusammengebauten Skulpturen aus entsorgten MoÅNbelstücken, Fenstern, Gartengeräten, Lampen usw. Aspekte wie die (katholische) Erziehung, Intelligenz versus Emotion, Konsumverhalten, Lebensentscheidungen und anderes mehr. Die Objekte Verwers zielen auf einen selbstbestimmten, kritischen und kreativen Umgang mit unseren Symbolen, Werten und Vorbildern, verbunden mit der Einladung zum kommunikativen Austausch über uns und unsere Welt ab.

Jan Stieding

Jan Stieding (S)
Draußen – Malerei 2004 bis 2014
Opening Wednesday, 12 November 2014
Exhibition 13 November 2014 – March 2015
Merck Finck & Co Privatbankiers
Düsseldorf

Franz Burkhardt

Franz Burkhardt DEHOR / DEDANS
05. September bis 25. Oktober 2014

Im Rahmen der diesjährigen DC OPEN vom 05. bis 07. September 2014, geben die beiden Galeristen Rupert Pfab und Sebastian Brandl aus den rheinischen Nachbarstädten den Beginn ihrer Kooperation bekannt.

Die zukünftige Zusammenarbeit unter dem Namen Galerie Rupert Pfab startet in der Poststraße 3 in Düsseldorf mit der Einzelausstellung DEHORS / DEDANS des gegenständlichen Zeichners und Bildhauers Franz Burkhardt.

Dem französischen Ausstellungstitel (dt. draußen/drinnen) entsprechend, gliedert sich die Präsentation neuer Zeichnungen und rauminstallativer Objekte des in Montzen lebenden Künstlers in zwei Bereiche: Interieur und Exterieur. So betritt der Besucher einen imaginären Wohnraum, angedeutet durch farbige Wände, in welchem sich in enger Salonhängung kleinformatige Zeichnungen in alten, gebrauchten Rahmen befinden. Durch die alltäglichen, häuslichen sowie erotischen Themen, welche Franz Burkhardt in zeichnerischer Präzision mit Bleistift, Tusche und Gouache in Szene setzt, werden nostalgische Assoziationen beim Betrachter geweckt. Neben Fotos aus Erotikmagazinen der 1950er/1960er Jahre sind Motive aus alten Büchern, Zeitschriften und Comics Vorlagen für seine figurativen Darstellungen. Die Titel, meist Zitate in Form von Sprech- und Denkblasen oder collagierte Definitionen und Erklärungen eines Sachverhaltes, geben den Motiven eine humoristische, aber bisweilen auch eine nachdenkliche, hinterfragende Wendung.

Das Exterieur wird durch detailgetreue Hausfassaden mit Eingangstüren, Fenstern, Beleuchtungen und Klingelschild aus verschiedenen Materialien im Maßstab 1:1 gebaut. Auch hier schwingt Nostalgie mit, weist doch die Kulisse bereits Patina und Spuren des Verfalls auf. Von der Wand teilweise abgelöste Plakate mit Motiven von Burkhardts Zeichnungen, angeklebte Pin Up-Blätter, blinde Scheiben oder das Angebot ‘Atelier a vendre’ liefern Hinweise auf ein Leben im Verborgenen in dieser imaginären Behausung. Mit seinen attrappenartigen Objekten jongliert Burkhardt hintersinnig mit der Frage nach Wirklichkeit und Fiktion. Der Betrachter wird Teil der Installation.
Direkt im Anschluss an die Ausstellung in der Galerie Rupert Pfab in Düsseldorf wird in der Ausstellungsreihe spirital ground in der Abtei Brauweiler (Pulheim) am Freitag, den 24. Oktober 2014 eine weitere Einzelausstellung von Franz Burkhardt eröffnet. Auch dort zeigt der Künstler eine ortsbezogene Rauminstallation. Eine Hausfassade, deren Vorbild sich gegenüber der Klosteranlage befindet, hebt die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit auf. Erweitert wird die Kulisse durch einen Kiosk-Nachbau, der als skulpturale Arbeit am Eröffnungsabend der Getränkeausgabe dient. Die Laufzeit endet am Sonntag, dem 07. Dezember 2014.
Ebenfalls am Freitag, den 24. Oktober 2014 eröffnet die Gruppenausstellung Topf und Deckel – Kunst und Küche in der Städtischen Galerie Villa Zanders in Bergisch Gladbach, wo Franz Burkhardt mit der Präsentation einer Kücheninstallation vertreten ist. Die Ausstellung ist bis Sonntag, 08. März 2015 zu sehen.

Franz Burkhardt

Franz Burkhardt (G)
Topf und Deckel – Kunst und Küche
Opening Friday, 24 October 2014, 6 pm
Exhibition 25 October 2014 – 08 March 2015
Städtische Galerie Villa Zanders
Bergisch-Gladbach

Franz Burkhardt

Franz Burkhardt (S)
Opening Friday, 24 October 2014, 8 pm
Exhibition 25 October – 07 December 2014
spirital ground
Abtei Brauweiler, Pulheim

 

Mit dem Start der DC OPEN 2014, den gemeinsamen Eröffnungen der Galerien
in Düsseldorf und Köln vom 05. bis 07. September (www.dc-open.de),
geben die beiden Galeristen Rupert Pfab und Sebastian Brandl aus den
rheinischen Nachbarstädten den Beginn ihrer Kooperation bekannt.

Sebastian Brandl beendet sein Ausstellungsprogramm im Belgischen Viertel
in Köln mit der bereits zurückliegenden dreiteiligen Präsentation
SUPER SONIC STRUCTURE von Julia Bünnagel und stößt mit insgesamt
drei Positionen aus seinem Programm zu der Galerie Rupert Pfab in
die Landeshauptstadt.

Parallel zu der Kooperation in Düsseldorf wird Sebastian Brandl seine
Tätigkeiten als Galerist mit seinen bisherigen Galeriekünstlern
und Künstlern der Galerie Rupert Pfab künftig unter einem geänderten
Ausstellungsformat weiterführen. Anstelle der bisherigen internen
Präsentationen in der Kölner Moltkestraße 81 sind zukünftig externe
temporäre Präsentationen an verschiedenen Orten in Deutschland und
im europäischen Ausland vorgesehen.

Die zukünftige Zusammenarbeit unter dem Namen Galerie Rupert Pfab
(www.galerie-pfab.com) beginnt mit einer Einzelausstellung des
gegenständlichen Zeichners und Bildhauers Franz Burkhardt in der
Poststraße 3 in Düsseldorf. Unter dem Titel ‘Dehors / Dedans’ zeigt
der in Montzen (Belgien) lebende Künstler ein rauminstallatives Interieur,
ausgestattet mit Möbelnund Papierarbeiten.

Neben Franz Burkhardt wird der neue Künstlerstamm durch den Berliner Maler
Timo Behn mit seinen geometrisch-abstrakten Bildern sowie durch die in Köln
lebende Bildhauerin Julia Bünnagel mit ihren flächig-abstrakten Installationen
sowie Objekten komplettiert. Zudem gibt es eine Mitwirkung von Sven Fritz.

Sven Fritz

Sven Fritz (G)
Sieg über die Sonne. Abstrakte Positionen
Opening Friday, 25 Juli 2014, 7 pm
Exhibition 26 July – 30 August 2014
Galerie Rupert Pfab
Düsseldorf

Julia Bünnagel

Julia Bünnagel (G)
Raum und Objekt Teil XI – RaumStrategien
Opening: Fryday, 27 June 2014
Exhibition 28 June – 24 August 2014
Alte Villa des Kunstmuseums Gelsenkirchen, Gelsenkirchen

Julia Bünnagel

Julia Bünnagel (G)
Imaging Agent
Opening: Saturday, 31 May 2014
Exhibition: 01 June – 06 July 2014
PARK – Platform for Visual Arts
Tilburg (NL)

Sven Fritz

Sven Fritz (G)

DELTA-BEBEN. REGIONALE 2014
Opening: 19 July 2014
Exhibition: 20 July – 31 August 2014
Wilhelm-Hack-Museum und Kunstverein Ludwigshafen
Ludwigshafen

Julia Bünnagel

Julia Bünnagel (S)
AURUM – shining dawn
Opening Saturday, 22 March 2014
Exhibition 23 March – 17 May 2014
Hebel 121
Hebelstraße 121, Basel

Christian Berg

Christian Berg (G)
Grosse Kunst – Ausstellung NRW Düsseldorf 2014
Opening Saturday, 15 February 2014
Exhibition 16 February – 9 March 2014
museum kunstpalast, Robert-Schumann-Saal
Düsseldorf

Julia Bünnagel SUPER SONIC STRUCTURE

Exhibition view STRUCTURE

Exhibition view STRUCTURE

Neuromancer, 2013

Neuromancer, 2013

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE

Exhibition view SUPER STRUCTURE 2

Exhibition view SUPER STRUCTURE 2

Julia Bünnagel SUPER SONIC STRUCTURE
24. Januar – 30. März 2014

Die Solo Show der Kölner Künstlerin Julia Bünnagel ist zunächst bestimmt durch ihre raumgreifende ArbeitSTRUCTURE: 58 trianguläre Module (Seitenlänge 70 cm) aus schwarzer Siebruckplatte sind ineinander gesteckt im Galerieraum ausgerichtet. Rhythmisch formt sich die Installation dabei in mehrere Gruppierungen auf; wie Schall, dessen Wellen sich ausdehnen, reagiert die Installation auf die Topografie des umgebenden Raums. Die raue Oberfläche der Elemente erinnert an Music-Cases oder an variables Bühnenequipment.

Im zweiten Part der Ausstellung (ab 14.2.14) wird die Installation neu arrangiert als Display für audiovisuelle Arbeiten internationaler KünstlerInnen fungieren, die Julia Bünnagel eingeladen hat und deren Werke einen Kontext zu Sound und Musik aufweisen. Im dritten Abschnitt wird die Installation schließlich das Bühnen-Setting für einen performativen Auftritt der Kunstband “Sculptress of Sound“ darstellen (15.3.14). Die Performance auf der Bühnenskulptur nimmt Bezug auf “Spectodrama“, ein Konzept, dass Alexander Schawinsky in den 1930er Jahren am Black Mountain Collage gemeinsam mit seinen Studenten entwickelte und in dem Phänomene wie Form, Farbe, Klang, Sprache, Musik, Zeit und Raum auf Bühnenqualität und Illusionscharakter hin analysiert wurden.

Die Auseinandersetzung mit Immaterialität und manifester Objekthaftigkeit, mit Fläche und (virtuellem) Raum zieht sich leitmotivisch durch den ersten Teil mit neuen Arbeiten von Julia Bünnagel. In Resonanz zur InstallationSTRUCTURE bespielen tendenziell zweidimensionale Werke die flankierenden Wände: Die SägezeichnungNeuromancer mit gelb gefüllten Linien, tief eingefräst in schwarzem Holz, erinnert an wild ausschlagende elektronische Schalldiagramme. Die Sägezeichnung untersucht die Übersetzung von Klang in eine räumliche Ebene. Neuromancer korrespondiert mit drei kleinformatigen Papierarbeiten, die das Verhältnis von simuliertem Raum auf der Fläche verhandeln und bewusst Assoziationen zu Cyberspace oder Computergrafik aufrufen. Plastische dreieckige Fragmente, fixiert in einem weißen Objektrahmen, hinterfragen die Gattungszugehörigkeit zu Bild oder Objekt ebenso wie zwei Wandreliefs, deren bemalte Kanten schimmernd auf die Wand ausstrahlen. Bünnagel benutzt dabei bevorzugt Neonfarbtöne, die per se technisch, artifiziell wirken.

In Silversurfer kreiert eine Schallplatte mit silbern spiegelnder Oberfläche, abgespielt auf einem Plattenspieler und beleuchtet von einem Spot, eine planetar anmutende Lichtinstallation; der Sound, einem weißen Rauschen ähnlich, ist akustisch über Kopfhörer rezipierbar. Durch die Fenster des Galerieraums einstrahlendes Sonnenlicht vermag die Installation durch eine zusätzliche Lichtspiegelung zu erweitern.

Ein in der Nähe platzierter kleiner Kubus erinnert in seiner Erscheinung an eine minimalistische Variante von Ernö Rubiks Zauberwürfel – durch seine verblüffende Oberflächenbeschaffenheit aus matt glänzenden Lacken könnte es sich jedoch ebenso um ein energiegeladenes Objekt von einem fremden (Comic-)Planeten handeln. Linien durchziehen den Würfel und unterteilen ihn in immanente geometrische Flächen und Körper: die Verbindung aus Zwei- und Dreidimensionalität koexistiert im Artefakt.

Zur Ausstellung erscheint als Edition ein Digitaldruck von Julia Bünnagel in erhabener grüner Grid-Struktur, die als Kommentar die reale Installation STRUCTURE wie auch das Ausstellungskonzept reflektiert.

Elke Kania

 

 

Künstlerliste
Gruppenausstellung SUPER STRUCTURE:

Christian Aberle (D)
Lars Breuer (D)
William S. Burroughs (USA)
Damien Deroubaix (F)
Genesis Breyer P.Orridge/Tony Conrad/ Edley Odowd (USA)
Andreas O. Hirsch (D)
Institut Für Feinmotorik (CH/D)
Katharina Jahnke (D)
Koen Delaere/Peter Fengler (NL)
Konsortium (D)
Klaus Maeck/Volker Schafer/Genesis P.Orridge/Muscha
Mouse On Mars (D)
Max Müller (D)
Franziska Nast (D)
PMJ Entertainment
Patrick Rieve (D)
Julia Scher (USA)
Malte Struck (D)
Tina Tonagel (D)
Mark Wehrmann (D)
Jan St. Werner (D)

www.juliabuennagel.de
www.sculptressofsound.de


 

Julia Bünnagel

Julia Bünnagel (G)
DYSTOTAL
Opening Friday, 07 February 2014
Exhibition 08 February – 25 April 2014
Pori Art Museum
Pori, Finland

Timo Behn

Timo Behn (G)
Brussels Cologne Contemporaries 2014
Opening Friday, 24 January 2014, 6 pm
Exhibition 25 / 26 January 2014
t.a.t. – new talents
Agrippastraße 37, Cologne

Christian Berg

Christian Berg (S)
DUAL (with Rebekka Benzenberg)
Opening / Exhibition Friday, 13 December 2013, 7 pm
STUDIO ROH, Düsseldorf

Julia Bünnagel

Julia Bünnagel (G)
Moiras Planschränke – eingeräumte Zeit
Opening Saturday, 14 December 2013, 4 pm
Exhibition 15 December 2013 – 15 January 2014
Raketenstation Hombroich, Veranstaltungshalle
Insel Hombroich, Neuss

Julia Bünnagel

Julia Bünnagel (G)
COSA nostra – Cologne Selected Artists 2014
Opening Friday, 29 November 2013
Exhibition 30 November – 20 December 2013
Jagla Ausstellungsraum
Cologne

Franz Burkhard

Franz Burkhardt (G)
Zwischnutzung 1
Opening Thursday, 10 October 2013
Exhibition 11 October – November 2013
Vogesenplatz, Basel

Sven Fritz

Sven Fritz (G)
Zweite Ordnung
Opening Friday, 11 October 2013
Exhibition 12 – 13 October 2013
Direktion, Frankfurt/M.

Raquel Maulwurf DARK NATURE

Raquel Maulwurf DARK NATURE
Exhibition 07 September – 26 October 2013

Raquel Maulwurf (*1975, Madrid) hat sich mit großformatigen Kohlezeichnungen von zerstörten Städten einen Namen gemacht. Dabei fängt sie die verheerenden Folgen von Krieg, Terrorismus und Waffen in all ihrem Schrecken ein. In ihrer jüngsten Arbeit wendet sich Maulwurf indes von der Stadt hin zur Natur – zu einem Zeitpunkt, als sie nach New York zieht.

In der Stadt, die niemals schläft, verspürte Maulwurf den Drang, sich neuen Motiven hinzuwenden – Motive, in denen die Natur in den Mittelpunkt rückt. Ansichten von Meer und Wald sind in Serien ausgearbeitet. Im New Yorker Großstadtdschungel verschiebt sich Maulwurfs Fokus hin zu der Darstellung des Schadens, den die Menschheit seiner Umwelt zufügt. Die Frage ist, ob die Urkraft der Natur letztlich gewinnen wird; sie gestärkt aus den zerstörerischen Kräften des Menschen hervorgeht?

In gewissem Sinne könnte dieses Thema auch als eine Metapher für Maulwurfs Arbeitsmethode angesehen werden, wo Schöpfung und Zerstörung Hand in Hand gehen. Bei den Meereslandschaften zum Beispiel, attackiert sie buchstäblich den Karton auf dem sie arbeitet. Gewaltige Sturzwellen entstehen durch das Zeichnen von starken Linien mit Kohle. Ein Teppichmesser oder Schleifpapier dient ihr dazu, das Innerste des Kartons freizulegen. In der aufgekratzten Oberfläche entspringt das reinste Weiß und bildet den Schaum der Wellen.

Abgesehen von Meeren und Wäldern, hat New York Maulwurfs Portfolio um neue urbane Motive bereichert. Die Zeichnung End of Snow zeigt die Transformation, welche die Stadt erfährt, wenn die berüchtigten Schneestürme die Kontrolle übernehmen. Moving Landscapes basieren auf Fotografien von Landschaften aus dem Inneren eines fahrenden Autos. Diese semi-abstrakten futuristischen Zeichnungen erwecken ein Gefühl von extremer Geschwindigkeit. Insbesondere dieses Motiv demonstriert die Virtuosität und Fähigkeiten von Maulwurf.

Der kreative Prozess an sich ist von großer Bedeutung für die Künstlerin. Wenn sie über ihre Zeichnungen spricht, erzählt sie wie sie sich fast verschlungen fühlt von ihren großformatigen Arbeiten, da sie sehr nah an der Oberfläche arbeitet. Während des Zeichnens verschmiert sie die Kohle mit ihren bloßen Händen und scheuert sich dabei manchmal ihre Haut auf bis sie fast blutet. Während dieses Prozesses kriecht die Kohle unter ihre Fingernägel und sickert in die Poren ihrer Haut. Dies stellt nicht nur eine körperliche Herausforderung dar, es fordert auch eine große Menge an Ausdauer und zeigt ihre extreme Hingabe für die Arbeit.

Im Jahre 1847 bemalte der französische Künstler Théodore Rousseau gefällte Bäume auf der Île de Croissy (Museum Mesdag Collection) als Appell gegen die Abholzung der Bäume. Er war äußerst berührt, als wenn die Äxte in seinen eigenen Körper geschwungen würden. Sich mit der Natur zu identifizieren, ihre Urkraft anzuerkennen und Ehrfurcht vor ihr zu haben, dies charakterisiert das Erhabene in der Kunst, vor allem wenn den Bäumen Gefühle zugeschrieben werden, als ob sie Lebewesen wären, die Schmerz und Leid erfahren und wütend werden über das Fehlverhalten der Menschheit.

Überdies visualisieren Maulwurfs Zeichnungen die reine Kraft der Natur. Wenn man bedenkt, dass Vulkanasche aus Island Flugzeuge dazu zwang am Boden zu bleiben oder den Tsunami in Japan und die anschließende nukleare Katastrophe betrachtet, so scheinen wir uns in einem Zeitalter wieder zu finden, in der die Natur den Zusammenbruch unseres kulturellen Systems herbeiführt. Diese unbezähmbare Kraft will Maulwurf in ihrer Arbeit einfangen und damit die Wiederkehr der vier klassischen Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer herbeiführen.

Was Maulwurfs Wälder und Meereslandschaften mit Rousseaus Wald gemeinsam haben, ist der Umstand, dass dem Betrachter nicht sofort ersichtlich ist, dass er Zeuge einer Naturkatastrophe ist. In einer Zeichnung, die einen Waldbrand zeigt, fängt Maulwurf die Ursprünge des Feuers in einer fast spirituellen Weise ein. Leuchtende Sphären brechen durch die Bäume wie die Strahlen der Morgensonne und treiben die Dunkelheit aus dem Wald. Ähnlich wie bei Rousseau, ist es wichtig zu erkennen, dass wir nicht bloß auf umgefallene Bäume blicken, sondern vielmehr auf einen gefällten Wald.

In dieser tief empfundenen Empathie für die Natur, zeigt sich die Verwandtschaft von Maulwurfs Arbeit zur Romantik. Die ungeheuren Meere, die sie zeichnet, mit bedrohlichem Himmel und durch Öl geschwärztes Wasser, haben eine Weite und Leere, die an Caspar David Friedrichs Werk erinnern. Hier endet die Welt; ein Ort, wo der Mensch mickrig und vor der Gnade der Urkräfte erscheint.

Benno Tempel
Direktor Gemeentemuseum Den Haag

 

Raquel Maulwurf (Madrid 1975) has made a name for herself with large-scale charcoal drawings of ruined cities. She captures the devastating aftermath of war, terrorism and weaponry in all their horror. However, in her recent work Maulwurf has turned from the city towards nature – at a moment when she herself moves to New York.

In the city that never sleeps, Maulwurf felt a drive to take up new themes – themes in which nature is gaining prominence. Forest views and seascapes are worked out in series. In New York’s urban jungle Maulwurf’s focus shifts towards depicting the harm mankind inflicts on his environment. The question is whether the primal force of nature will ultimately win; will nature emerge stronger from the destructive forces of man? In a sense, these themes could be a metaphor for Maulwurf’s own working method, in which creation and destruction go hand in hand. In the seascapes, for instance, she literally attacks the board she works on. The violent breakers are built up by using heavy strokes of charcoal. Working the museum board with either a box cutter or sandpaper exposes the core of the board. From the scratched surface arises the purest white, forming the foam of waves.

Apart from seas and forests, New York has also brought new urban themes to Maulwurf’s work. The drawing The End of Snow shows the transformation the city undergoes when the infamous snowstorms seize control. Maulwurf’s Moving Landscapes are based on photographs of scenery taken from inside a moving car. These semi-abstract futuristic drawings evoke a sense of extreme velocity. This theme in particular showcases the artist’s virtuosity and skills.

The creative process itself is of great importance to the artist. Discussing her drawings she talks about how she feels almost engulfed by her large-scale works, because of how she works very close up to the board. While drawing, she smudges the charcoal with her bare hands, sometimes abrading her skin until she almost bleeds. During this process the charcoal creeps underneath her fingernails and seeps into the pores of her skin. This poses not only a physical challenge, it requires a vast amount of endurance and shows her extreme dedication to her work.

In 1847 French artist Théodore Rousseau painted Chopping Trees on the Île de Croissy (Museum Mesdag Collection) as a plea against the felling of the trees. He was intensely distressed, as if the axes were swung into his own body. To identify with nature, to acknowledge its primal force and to be in awe of this, characterises the sublime in the arts, especially if these trees are attributed feelings, as if they are living beings, experiencing pain, grief or becoming infuriated by mankind’s wrongdoing.

Furthermore, Maulwurf’s drawings visualize the sheer power of nature. If we consider the volcanic ash from Iceland that forced airplanes to remain grounded, or Japan’s tsunami and the subsequent nuclear disaster, we seem to find ourselves in an age where nature is bringing about the collapse of our cultural systems. This untameable force is what Maulwurf captures in her work, hence the recurrence of the four classical elements, earth, water, air and fire.

What Maulwurf’s forests and seascapes have in common with Rousseau’s forest is that it is not immediately obvious to the viewer that they are witness to a natural disaster. In a drawing depicting a forest fire Maulwurf captures the origins of the fire in an almost spiritual way. Luminous spheres break through the trees like the rays of the morning sun, driving the darkness from the woods. Similar to Rousseau, it is essential to realize that we are not merely looking at trees that have fallen over, but at a felled forest.

In this deeply felt empathy with nature Maulwurf’s work shows kinship to Romanticism. The immense seas she draws, with threatening skies and water blackened with oil, have a vastness and emptiness that is reminiscent of Caspar David Friedrich’s works. It is here where the world ends, a place where man is puny and at the mercy of primal forces.

Benno Tempel
Director Gemeentemuseum The Hague

 

Vincent Michea

Vincent Michéa (S)
Je ne pense qu`à ça’
Opening Friday, 20 September 2013
Exhibition 21 September – 16 November 2013
Galerie Cecile Fakhoury, Abidjan, Ivory Coast

Christian Berg

Christian Berg (G)
EILTANK
Opening Friday, 06 September 2013
Exhibition 07 – 09 September 2013
Studio Roh, Düsseldorf

Julia Bünnagel

Julia Bünnagel (C)
Sculptress of Sound
Stromfestival
06 September 2013
Kunsthaus Rhenania, Cologne
www.stromfestival.de

Sculptress of Sound
27 September 2013
Extrapool, Nijmegen
www.extrapool.nl

Kerstin Fischer, Coline Krausbauer, Nie Pastille NO BODIES META

Exhibition view NO BODIES META

Exhibition view NO BODIES META

Exhibition view NO BODIES META

Exhibition view NO BODIES META

Exhibition view NO BODIES META

Exhibition view NO BODIES META

Exhibition view NO BODIES META

Exhibition view NO BODIES META

Exhibition view NO BODIES META

Exhibition view NO BODIES META

Exhibition view NO BODIES META

Exhibition view NO BODIES META

Exhibition view NO BODIES META

Exhibition view NO BODIES META

Kerstin Fischer, Coline Krausbauer, Nie Pastille  NO BODIES META
Opening Saturday, 01 June 2013, 4 pm
Exhibition 02 June – 13 July 2013

Das künstlerische Schaffen als Spekulation zum vollständigen, endlosen Bildraum.
Der künstlerische Ausdruck ist eine Spekulation, die konkrete Aussagen über Farbe, Raum und Tiefe ermöglicht. In dieser Ausstellung ist weniger das Betrachten eines einzelnen Werkes, als vielmehr das Erfahren von Kunst thematisiert. Erzeugt durch die gegenwärtige Ausstellung No Bodies Meta erhebt sich das räumliche Volumen zwischen den Arbeiten von Kerstin Fischer, Coline Krausbauer und Nie Pastille als potenzielles Volumen. Die gedankliche Fortführung der spekulativen Bildräume zeugt vom direkten Einfluss der aufgenommenen Bilder. Diese gedankliche Fortführung des künstlerischen Schaffens wird mit der Ausstellung ermöglicht und ist das Ziel. Nicht das Bewerten, sondern das Entfachen, nicht das Gewußte, sondern das Vermutete.
So zeigen die Arbeiten selbst Vermutungen. Das Nebeneinander und Gegenüber erzeugt den vollständigen, endlosen Bildraum. Die Ergänzungen und Bestätigungen, die sich die Arbeiten gegenseitig liefern, ermutigen den Gedanken der Bilder aufzunehmen. Ruhe findet sich durch Präsenz. Betrachten möchte man, um der Idee zu folgen. Erfasst man Coline Krausbauers dichte Malerei, sind die Kulistrichzeichnungen von Kerstin Fischer rechts und links daneben thematisch ganz anderes Terrain und drängen nicht gleichzeitig in den Fokus. Genauso steht die objekthafte Stoffarbeit von Nie Pastille im direkten Bezug zu der Wandarbeit und die bei beiden Arbeiten verwendeten Formen scheinen ineinander zu greifen, die bildnerische Lösung und Haptik ist dabei eine ganz andere. So wird die Aufmerksamkeit von den unterschiedlichen Positionen immer wieder zurückgespielt. Dennoch erscheinen sie durch die direkte Kombination einander verwandt. Die Verschlüsselung und das auf sich selbst bezogene eines Werkes gelangt durch das gemeinsame Auftreten in den Hintergrund.
Die drei Künstlerinnen meinen es ernst mit der Unvollständigkeit. Mit dem Risiko, Undeutliches erfassen zu wollen. Jedoch, das künstlerische Schaffen entzieht sich der konkreten Interpretation und entfaltet sich in der Hypothese eines wirklich gewordenen Bildes.
Der Titel der Ausstellung sagt aus, dass es keinen Körper gibt, jedoch eine Meta Ebene und dass diese Meta Ebene gleichzeitig keinem gehört. Damit entzieht er sowohl dem Künstler den inhaltlichen Besitz seiner Werkes und erlaubt auch keinem anderen die Deutungshoheit. Dieser freiheitliche Anspruch spiegelt sich in den Arbeiten wieder. Scheinbar lassen sich die Künstlerinnen treiben. Dabei entsagen sie nicht einer Meta Ebene des Gemeinten, vielmehr ist sie für jeden geöffnet, da sie keinem gehört.
Der Titel behauptet zudem, der zentrale Gegenstand ist nicht das worum es ginge. Und so erfährt man mit dem Blick auf Bild und Raum eine Folge von konsequenten Aussagen und sieht doch nur reine Spekulation.
Dass sich die Künstler diese Offenheit zutrauen liegt an der innewohnenden Überzeugung und dem Wunsch, den Ausdruck als freies Mittel einzusetzen.

Julia Bünnagel

Julia Bünnagel (G)
ArchiSkulptur
Modelle und Objekte konkreter, geplanter und imaginierter Räume
Opening Saturday, 13 July 2013
Exhibition 14 July – 08 September 2013
Gesellschaft für Kunst und Gestaltung e.V., Bonn

Franz Burkhardt, Vincent Micheà, Jan Stieding GROUP SHOW / ARTISTS OF THE GALLERY

works by
Franz Burkhardt, Vincent Michéa, Manfred Schneider, Jan Stieding

Volta

Franz Burkhardt, Gerhard Rühm
VOLTA9
Basel, Dreispitzhalle, booth A 17 
10 – 15 June 2013 

Kerstin Fischer

Kerstin Fischer
Künstlerstammtisch
Kölnischer Kunstverein
Wednesday, 22 May 2013, 7 pm

Julia Bünnagel

Julia Bünnagel (G)
Wort.Bild.Raum
Opening Saturday, 04 May 2013, 17 h
Exhibition 05 May – 30 June 2013
Gesellschaft für Kunst und Gestaltung e.V., Bonn

Christian Berg

Christian Berg (S)
Christian Berg / Mamoru Tsukada – eine konstellation
Openig Friday, 19 April 2013
Exhibition 20 April – 11 May 2013
Im Turm, Lutherkirche, Köln-Südstadt

Franz Burkhardt

Franz Burkhardt
ART COLOGNE 2013
New Contemporaries
Hall 11.3 / Booth A050
Preview Thursday 18 April 2013
19 – 22 April 2013

Julia Bünnagel

Julia Bünnagel (S)
HYPERIA – the mind is like space
Opening Thursday, 31 January 2013
Exhibition 01. February – 16 March 2013
Honigbrot, im Galeriehaus ads1a, Köln

Special events
Screening Josef Rusnak, The 13th Floor
Thursday, 21 February 2013, 19 h

Der bespielte Raum – talk with Prof. Dr. Franz Xaver Baier
Friday, 16 March 2013, 18 h

Sculptress of Sound
Saturday, 16 March 2013, 20 h

Christian Berg

 

Christian Berg (S)
Kollege Gravitation
Opening Friday, 01 March 2013
Exhibition 02 – 16 March 2013
Kunstverein Koelnberg
Aachenerstraße 66, Köln


Jan Stieding

Jan Stieding (S)
Lille Art Fair 2013 / YIA
06 – 10 March 2013
Nosbaum & Reding, Luxembourg
Lille Grand Palais

Gerhard Rühm

Exhibition view ZEICHNUNGEN / FOTOMONTAGEN / VISUELLE MUSIK

Exhibition view ZEICHNUNGEN / FOTOMONTAGEN / VISUELLE MUSIK

Exhibition view ZEICHNUNGEN / FOTOMONTAGEN / VISUELLE MUSIK

Exhibition view ZEICHNUNGEN / FOTOMONTAGEN / VISUELLE MUSIK

Exhibition view ZEICHNUNGEN / FOTOMONTAGEN / VISUELLE MUSIK

Exhibition view ZEICHNUNGEN / FOTOMONTAGEN / VISUELLE MUSIK


Gerhard Rühm – ZEICHNUNGEN / FOTOMONTAGEN / VISUELLE MUSIK


Opening Friday, 25 January 2013, 18 h
Exhibition 26 January – 16 March 2012
Gerhard Rühm zu meinen fotomontagen
wie ich ab 1955 in meinen “typocollagen” einzelne wörter, abstrakte begriffe in “konstellationen”
zueinander in beziehung gesetzt habe, so in meinen bilder konkreter dinge und situationen. darum
hatte ich auch zunächst erwogen, meine fotomontagen “fotokonstellationen” zu nennen, um den
prinzipiellen unterschied zu herkömmlichen fotocollagen, in denen – um illusionistische bildinhalte zu
vermitteln – teile von fotos ausgeschnitten und möglichst bruchlos in andere fotos hineincollagiert
sind, noch deutlicher hervorzuheben. schon 1955 habe ich auf einigen blättern wörter mit fotos
kombiniert, das heisst abstrakten nennungen konkrete abbilder gegenübergestellt. daraus
entwickelten sich bald foto-text-serien, die in mehr oder weniger freien assoziationen eine reihe von
blättern verknüpfen und eigentlich für eine publikation in heft- und buchform gedacht sind. ab 1957
habe ich schliesslich auch reine fotomontagen hergestellt, die auf wortsprachliches ganz verzichten:
einerseits als einzelblätter, andererseits wieder als folgen in mappenform – sozusagen als
“fotogeschichten”, deren zusammenhang aus der anordnung des bildmaterials erschlossen werden
kann. insofern haben auch die reinen fotomontagen, wie jede gegenständliche kunst, einen
literarischen aspekt: das dargestellte “handelt” ja von etwas, gegenstände suggerieren ihren namen,
situationen ihre interpretierende deutung.
rein bildnerische qualitäten sind freilich bei den fotomontagen bewusst mitkomponiert – in den
anschlüssen benachbarter fotos, in den proportionsverhältnissen der bildausschnitte zueinander und
zur tragenden fläche, auch den farbwerten, sofern die fotos solche aufweisen.
die bilder sind wirklichkeitsmomente, und um deren realitätscharakter zu verstärken, habe ich
vorzugsweise dokumentarisches bildmaterial aus aktuellen zeitschriften verwendet. sie sind auf der
fläche unmittelbar nebeneinander gesetzt oder zueinander in spannungsvolle distanz gebracht.
manchmal erscheint im gegensatz zum weiss der grundfläche ein schwarzes, zuweilen auch
monochromes quadrat als nichtbild neben den fotos – ich sehe darin einen “absoluten” bezugsort,
eine art magisches kraftfeld, das die dingwelt relativiert, gewissermassen in schwebe versetzt. stehen
die fotos hingegen auf schwarzem grund, so erscheint das dargestellte kulissenhaft mit der tiefe des
raums konfrontiert.

 

Franz Burkhardt

Franz Burkhardt (G)
Lounge #1
Opening 26 January 2013
Exhibition 27 January – 30 March 2013
Krethlow, Brussels

Julia Bünnagel

Julia Bünnagel (S)
Kette
Opening Friday, 18 January 2013
Exhibition 19 – 25 January 2013
Ringstube, Mainz

Sven Fritz

Sven Fritz (S)
Kette
Opening Friday, 18 January 2013
Exhibition 19 – 25 January 2013
Ringstube, Mainz

Sven Fritz

Sven Fritz (G)
BCC 2013
Opening Friday, 18 January 2013, 18 h
Exhibition 19 and 20 January 2013
MAD Brussels
10 Place du Nouveau Marché au Grain
1000 Brussels

Hee Jung Kang – DIE UNBEKANNTEN

Exhibition view DIE UNBEKANNTEN

Exhibition view DIE UNBEKANNTEN

 

Hee Jung Kang – DIE UNBEKANNTEN

Opening Friday, 16 November 2012, 18 h
Exhibition 17 November – 15 December 2012

Manfred Schneider

Manfred Schneider (S)
Yes or No
Opening Sunday, 06 January 2013
Exhibition 07 – 24 February 2013
Livingstone Gallery, The Hague

Manfred Schneider

Manfred Schneider (S)
Yes or No
Opening Sunday, 06 January 2013
Exhibition 07 – 24 February 2013
Livingstone Gallery, The Hague

Timo Behn, Julia Bünnagel

Timo Behn, Julia Bünnagel (G) 
TOTALE 2
Wednesday, 12 December 2012, 19 h
Exhibition 13 – 15 December 2012
Maschienenhaus Essen, Essen

Sven Fritz

Sven Fritz (G)
Familientreffen
Opening Saturday, 24 November 2012
Exhibition 24 and 25 November 2012
Atelier Frankfurt, Frankfurt/M.

Jan Stieding

Jan Stieding (G)
Museum Kunstpalast zu Gast bei Merck Finck & Co, Privatbankiers
Opening Thursday, 25 October 2012
Exhibition 26 October – January 2012
Merck Finck & Co PrivatbankiersDüsseldorf 

Kerstin Fischer

Kerstin Fischer (G)
Große Jahresgabenausstellung
205 Werke von 111 Künstlerinnen und Künstlern zum Erwerb

29 September – 10 October 2012
Kölnischer Kunstverein, Köln

Timo Behn

Timo Behn
SCHWARZ
31.08. – 27.01.2012

Museum für Sepulkralkultur, Kassel

Julia Bünnagel

Julia Bünnagel (G)
5×3 2012 / 1. Reihe
14.9. – 23.9.2012
5×3 EXTRA: 20.9.2012, 20 Uhr
Kunstraum Düsseldorf

Franz Burkhardt

Franz Burkhardt (G)
Eine Türklingel, die macht mir nichts, dir nichts ding-dong
Opening: Sa 29. September 2012, 18 Uhr
Exhibition: 30. September – 18. November 2012
Künstlergespräch zum Frühstück: Sonntag 30. September 2012 um 11.30 Uhr
Kuratiert von Stephanie Guse
Neuer Kunstverein Aschaffenburg e.V.

Vincent Michéa

Vincent Michéa (S)
Peintures 2002 – 2012
Opening Thursday, 20 September – 06 October 2012
Espace Art et Liberté, Paris

Birgit Verwer – SO AT THAT POINT WE USE A PARACHUTE

Re-creation of the soul (altar), 2012, Mixed media,  263 x 170 x 72 cm

Re-creation of the soul (altar), 2012, Mixed media, 263 x 170 x 72 cm

Exhibition view SO AT THAT POINT

Exhibition view SO AT THAT POINT

Exhibition view SO AT THAT POINT

Exhibition view SO AT THAT POINT

Exhibition view SO AT THAT POINT

Exhibition view SO AT THAT POINT

Exhibition view SO AT THAT POINT

Exhibition view SO AT THAT POINT

 

Birgit Verwer – SO AT THAT POINT WE USE A PARACHUTE

Opening Friday, 07 September 2012, 18 h
Exhibition 08 September – 27 October 2012

Nach ihrem gemeinsamen Auftritt zusammen mit Raquel Maulwurf in den alten Räumen der Galerie im vergangenen Jahr bespielt die niederländische Künstlerin Birgit Verwer (*1972) nun erstmals in einer Einzelausstellung die deutlich größeren Galerieräume von Sebastian Brandl in der Moltkestrasse.
Rebellisch, provokant und polarisierend treten die Werke der Künstlerin dem Betrachter entgegen, die in ihren Realismen dem Alltag so nahe sind und dennoch weit über ihn hinausweisen. Einen hohen Anteil daran haben nicht zuletzt die Themen, mit denen Birgit Verwer die Wunden der Gesellschaft offen legt. Sie widersprechen den Forderungen des Konsumwahns, der Bigotterie und der Verklemmtheit, interessieren sich für alternative Wege, den Schmutz, die Ausgeschlossenen, die Randgruppen der Gesellschaft und formulieren Einsprüche gegen eine in ihren Augen enthemmte Konsumkultur. Ihre Arbeiten entwickeln sich zu dreidimensionalen „Tableaux“ – raumgreifenden Environments und Installationen. Als Material dienen ihr hauptsächlich Alltagsgegenstände und Fundstücke, nach denen sie gezielt Trödelmärkte durchstöberte, sowie Abfälle von den Deponien der westlichen Konsumkultur. Der Blick der Künstlerin ist zutiefst von ihrer katholischen Erziehung geprägt und oszilliert beständig zwischen lustvoller Zeigefreude und aufklärerischem Gestus. Das clowneske Spiel, bei dem Sakrales und Profanes miteinander kurzgeschlossen werden, wird zum Ereignis, das den Betrachter schockartig überfällt. Darüber hinaus sind die Assemblagen mit ihren christlichen Devotionalien symptomatisch für die tiefe Skepsis der Künstlerin gegenüber dem institutionalisierten Glauben, die manchmal in spöttelnder Ironie, manchmal in offener Empörung ihren Ausdruck findet.

‚An dieser Stelle gebrauchen wir den Fallschirm’ – so nennt Birgit Verwer ihre Ausstellung mit aktuellen Arbeiten, die allesamt die Verheißungen und Widersprüchlichkeiten des kirchlichen Glaubens thematisieren oder diese zumindest als Folie verwenden, um den moralischen Zwiespalt aufzeigen zu können, in dem unser gesellschaftliches Leben sich immer wieder verfängt. Im Fadenkreuz steht eine Religion, die nicht die Erlösung, sondern die Schuld, nicht die Hoffnung, sondern die Verzweiflung beabsichtigt. Der Titel suggeriert, dass es gilt, die Reißleine zu ziehen, den Rettungsschirm für Aussteiger zu entfalten. Nur ein Bruchteil von Sekunden entscheidet schließlich über den exakten Zeitpunkt, zu dem eine halbwegs sanfte Landung noch möglich ist. Bis dahin darf jedoch das Glücksgefühl des freien Falls bis zum Anschlag ausgekostet werden. Bereits im Eingangsbereich empfängt uns none of the above seems very important (2012), eine Christusfigur mit ausgebreiteten Armen. Ein altes gedrechseltes Holzkreuz auf Rädern bildet den Corpus. Das Herz des Erlösers scheint grell und steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heils. Doch scheint dieser Christus seinen eigenen Heilsversprechungen nicht mehr so recht zu trauen, hat er doch vorsorglich einen Helm übergezogen und  trägt eine Sicherheitsbrille unter der die lange Pinocchionase eines Abflusspfropfens hervorlugt. In den Galerieräumen stößt der Betrachter auf eine zeltartige Beichtkapelle (BLESSED BEYOND MEASURE, 2012), dessen Wände aus lauter weißen Herrenunterhosen gebildet werden. Im Inneren befindet sich ein hell erleuchteter Theaterspiegel, der schonungslos das eigene Abbild wiedergibt sowie ein Beichtstuhl, dessen Pendant außerhalb postiert ist. Ein Versteckspiel in diesem Erlebnis- und Läuterungsraum ist nicht länger möglich. Eine Anspielung auf die Kindesmissbrauchsskandale innerhalb kirchlicher Einrichtungen dürfte durchaus intendiert sein. Zumal eine weitere Arbeit (CTRL, 2012) aus einem Kindersitz besteht, der als Richterstuhl fungiert, sind dessen Beine doch durch Sensen und Harken zu einem Hochstuhl verlängert, wie wir ihn aus erhöhten Schiedsrichterstühlen beim Tennismatch kennen. Aus dieser erhobenen Warte können die Kinder das Geschehen kontrollieren und ein, von ihren Gefühlen geleitetes Urteil fällen. Ausgestattet mit Angelrute und Mikrophon erhalten sie eine Stimme und die Macht, Gehör zu finden. Ein größerer Altar (Re-creation of the soul, 2012) mit zahlreichen weiteren Devotionalien vervollständigt die Ausstellungsinstallation.

Nach Charles Baudelaire ist der Mensch ein in den Wäldern von Symbolen verirrtes Kind. Dass die Spiele dieser Kinder mitunter auch existentiell bedrohliche Formen annehmen können, zeigt uns Birgit Verwer mit ihren Assemblagen eindringlich auf. Dabei kommt ihre Bilderstürmerei vornehmlich im Medium der Bilder selbst daher. Vorgeführt wird die Realität als eine Grimasse des Realen. Verhandelt wird der unerträgliche Sachverhalt, dass es da draußen tatsächlich irritierende Dinge gibt. Dabei leben wir im postmodernen Zeitalter, in dem Wahrheitsansprüche per se als Ausdruck verborgener Machtmechanismen verworfen werden. Zu fragen bliebe, ob ein Leben denkbar ist, das einem nicht als Besitz, sondern zum Gebrauch gegeben ist. Vielleicht ist ja der permanente Krisen- und Ausnahmezustand, der von den Welterklärern allerorten ausgerufen wird, nichts anderes als die säkularisierte Parodie der beständigen Vertagung des Weltgerichts in der Geschichte der Kirche – die Verwechslung dessen, was wir glauben, hoffen und lieben, mit dem was wir gezwungen sind zu tun oder nicht zu tun, zu sagen oder nicht zu sagen. Einen Vorgeschmack vom Weltgericht zumindest liefern uns die Arbeiten von Birgit Verwer, wenn auch mit einem Augenzwinkern ausgestattet.

Harald Uhr

Künstler der Galerie – ZEIGEN

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Künstler der Galerie – ZEIGEN

Opening Thursday, 24 May 2012, 18 h
Exhibition 25 May – 14 July 2012

Christian Berg – LIGHT AND FLEXIBLE

Exhibition view LIGHT AND FLEXIBLE

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Christian Berg – LIGHT AND FLEXIBLE

Opening Friday, 30 March 2012, 19 h
Exhibition 31 March – 19 May 2012

Man kann den neuen bildhauerischen Arbeiten von Christian Berg, die zusammen mit einigen wenig älteren, in seiner nunmehr zweiten Einzelausstellung in der Galerie Sebastian Brandl zu sehen sind, nicht unbedingt bescheinigen ‚leicht und flexibel’ zu erscheinen. Das Material nämlich, welches Christian Berg für seine Skulpturen mit architektonischen oder tektonischen Elementen verwendet ist der gegossene Beton. Die auf sich selbst konzentrierten, asketisch reduzierten Werke gestatten dem Betrachter nur eine langsame Annäherung und lassen als allgemeines Charakteristikum eine sprachliche Ohnmacht entstehen. Obwohl die bildnerischen Mittel klar zu erfassen sind, bewirkt die Summe aller Eigenschaften fast ein Verstummen der Sprache. Zwar gilt Beton in seiner Bewertung als Baustoff der Industriegesellschaft, doch besteht er letztlich aus Naturstoffen, aus Sand geschreddertem Stein und Wasser, in die er auf lange Sicht auch wieder zerfallen wird. Bei einigen der präsentierten Arbeiten kann man nun den Eindruck gewinnen, als habe eben dieser Verfallsprozess bereits begonnen oder sei durch äußere Krafteinwirkungen zumindest auf den Weg gebracht worden. Dies gilt vor allem für das zentrale Skulpturenensemble aus gebrochenen oder zerborstenen Stelen.

Der Raum der Galerie wird dabei sehr bewusst als Ort der Präsentation in die Konzeption einbezogen, indem die durchgehende Längswand einen anthrazitfarbenen, mattschwarzen Anstrich erhält und somit als Folie fungiert, vor dem die skulpturalen Setzungen von Christian Berg betont zur Geltung kommen. Ausgespart sind lediglich zwei durchgehenden Streifen, jeweils gegenüber den tragenden Pfeilern, wodurch die Wandfläche in drei Segmente unterteilt wird. Im mittleren Abschnitt ist ein Stelenensemble arrangiert, welches aus drei Modulen besteht, die sich gegenseitig bedingen. Zwar wird die architektonische Anbindung der Arbeiten unmissverständlich aus ihrer rekonstruierbaren Form ersichtlich, gleichwohl ist sie durch eine hohe Fragilität gekennzeichnet. So lehnt eine mehrfach abgeknickte Stele gegen die Wand, liefert ihrerseits jedoch den Halt für die jeweils angefügten Stücke, die mit ihrer streckenweise freigelegten und verbogenen Stahlarmierung einen fortgeschrittenen ruinösen Eindruck erwecken. Unvermittelt stellt sich die Frage ein, ob die im Titel der Ausstellung angesprochene Leichtigkeit und Flexibilität sich auf dieses Ensemble beziehen lässt oder ob nicht vielmehr etwas Leichteres an eben diesen Betonstelen einen noch weitaus größeren Schaden davongetragen haben könnte. Auf Umwegen schleicht sich somit in das zunächst spröde und abweisende Arrangement eine deutungsoffene, erzählerische Komponente ein.

Dies gilt auch für die weiteren Arbeiten der Ausstellung, wie etwa die, auf einem Sandhaufen postierte, aufragende und im oberen Teil abgewinkelte, verjüngende Skulptur oder für das an der Wand über Kopfhöhe angebrachte, zerborstene Stelenfragment mit dem Titel ‚Phoibe’. Auf einem tischartigen Sockel sind zusätzlich drei kleinere, kantige, zum Teil farblich getränkte Betonstücke präsentiert. In der Summe ergibt sich auf formalästhetischer Ebene ein spannungsvoller Kontrast von durch Material und Blockform hervorgerufener Stabilität bzw. Dauerhaftigkeit und einem heterogenen, in vielerlei Farb- und Formnuancen changierenden Oberflächeneindruck, der beinahe malerische Qualitäten erreicht. Die Reduktion der Form und die Eigenschaften des Materials öffnen ein bemerkenswertes Spektrum von Assoziationen und Erinnerungen, die einen breiten erzählerischen Charakter besitzen obwohl oder vielleicht auch gerade weil gelegentlich die Worte als Angriff auf Sachverhalte, Dinge oder Beziehungen angesehen werden können, die mit oder ohne Vorsatz Schaden anzurichten vermögen. Christian Bergs Skulpturen stellen den Gebrauch der Worte unter einen grundsätzlichen Vorbehalt und stellen auf ihre je eigene Weise die Frage nach dem Wesen von Veränderung. Sie nehmen nicht einfach ihren Ort in der Welt ein. Sie sind nicht einfach in bestimmten Umgebungen situiert und lokalisiert. Vielmehr werden Umgebungen und Skulpturen intraaktiv gemeinsam konstituiert, sie sind integrale Bestandteile oder dynamische Rekonfigurationen dessen, was existiert.

Harald Uhr

Franz Burkhardt – NICHTSDESTOTROTZ

Tisch 2010/12, Mixed media, 78 x 70 x 100 cm

Tisch 2010/12, Mixed media, 78 x 70 x 100 cm

Basel 2012 / Madrid 2012, Mixed media, 210 x 58 x 76 cm / 214 x 54 x 87 cm

Basel 2012 / Madrid 2012, Mixed media, 210 x 58 x 76 cm / 214 x 54 x 87 cm

Franz Burkhardt, Exhibitionview Nichtsdestotrotz

Franz Burkhardt, Exhibitionview Nichtsdestotrotz

 

Franz Burkhardt – NICHTSDESTOTROTZ

Eröffnung Freitag, 27. Januar 2012, 18 – 22 Uhr
Ausstellung 28. Januar bis 17. März 2012

Mit der dritten Einzelausstellung von Franz Burkhardt eröffnet die Galerie Sebastian Brandl ihre neuen Räume in der Moltkestraße 81. ‘Nichtsdestotrotz’, so auch der Titel der Ausstellung, besetzt der 1966 in Wolfenbüttel geborene Künstler diesen öffentlichen Raum mit seinem privaten Panoptikum aus dem antiquierten Fundus einer schwüler Hinterzimmererotik. In einem eigens gezimmerten Geviert, einem skulptural anmutenden  Raum im Raum, hängen dicht an dicht penibel angefertigte Handzeichnungen, zu denen alte Pin-up Fotos als tabuisierte Auswüchse der Kulturindustrie die Vorlagen abgaben. Matt von einer einzelnen Glühbirne beleuchtet, künden diese individuell gerahmten Handzeichnungen davon, dass kein modernes Kunstwerk, das etwas taugt, an der Dissonanz und dem Losgelassenen nicht auch seine Lust hätte. Burkhardt erweist sich aber auch als Wortjäger und Erforscher des verborgenen Sinns, indem er diverse Sprachfetzen oder eingefügte Satzfragmente, auch in Form von Sprechblasen hinzufügt. Unversehens verwandeln sich die eindeutig zweideutigen Bilderkaskaden in einen Hort von Widersprüchen oder in ein polyphon gestimmtes Konzert. In der Zusammenschau kann sich mitunter daraus ein Assoziationsspiel von “stiller Beseeltheit und bescheidener Wichtigkeit”, wie etwa auf einer Zeichnung aus dem Jahre 2006 vermerkt ist, ergeben.

Der Abbildrealismus, mit dem Franz Burkhardt sich seinem Motivrepertoire annähert, begreift Realismus als ein Feld, das durch Fakten und Wünsche gleichermaßen bestimmt ist. Das gesellschaftliche Imaginäre ist demnach als gleichwertiger Teil der Realität anzusehen. Mit einem distanziert verhaltenen Loblied auf die Freiheit der Entgrenzung und Enthemmung schickt Burkhardt den Gerichtsprozess des Lebens gegen das Leben in Revision. Das Motiv für Burkhardts Realismus in der dargestellten Zweitverwertung von Formen und Aussagen aus der Schundkiste des Obszönen ist jedoch nicht als Bestätigung der Wunschmaschine Wirklichkeit zu werten, sondern beinhaltet gleichsam einen subtilen Protest an der medialen Ausbeutung unserer Gefühlshaushalte. Schließlich ergeht, wie Adorno bereits konstatierte, über das bürgerliche Element der einverstandenen Form, nicht anders als über die bürgerlichen Inhalte ein Bannfluch. Durch seine akkurate Übertragung in die nobilitierte Handzeichnung lockert Burkhardt diesen Fluch und entlarvt die Erotik im nostalgischen Gewand als verknapptes Kürzel für ein Versprechen der Bewusstseinsindustrie.

Mit seinen Nachzeichnungen ändert Burkhardt den Aggregatszustand der Bilder, eignet sich Wörter und Bilder an, die einem vielleicht nicht selbst gehören. Die geänderte Medialität verändert demnach auch ihre Modalität und somit kann und muss auch ihre Legitimation neu verhandelt werden. Betroffen von dieser Kontextverschiebung ist selbstredend auch der Ort, an dem diese Bilder zur Schau gestellt werden. Privates und Öffentliches scheinen einander zu durchdringen. “Die Tyrannei der Intimität”, so ein weiterer Zeichnungstitel, greift auch auf die übrigen Wände der Galerie aus. Cremefarbene Wandbemalung, der Nachbau eines Gründerzeitkamins und zwei heimelig unheimliche Schränke aus alten Türblättern tragen zu einer dezent plüschigen Atmosphäre im angeeigneten neuen Galerieambiente bei. “Alles was zu verschwinden droht, gewinnt an Bedeutung” heißt es auf einer Zeichnung aus dem Jahre 2010. Getreu diesem Diktum finden wir zusätzlich großformatige Tuschezeichnungen des Künstlers, welche das Unterholz bei Meuschemen, einem Ortsteil der grenznahen wallonischen Stadt Baelen wiedergibt, wo sich der Künstler bereits vor Jahren niedergelassen hat. Das Geäst gehört zu einem Artenschutzgebiet, in welchem der Gräser- und Baumbestand später als üblich bewirtschaftet werden darf, um die Brut- und Nistplätze seltener Vogelarten zu schützen. Augenzwinkernd rechnet sich Franz Burkhardt wohl auch zu einer solch schützenswerten Gattung und sucht Zuflucht in einem frisch hergerichteten Kölner Galerieumfeld, welches seinerseits des Artenschutzes bedarf, ihn aber auch ein Stück weit zu gewähren verspricht. Nur zu gut weiß Burkhardt schließlich, dass wir es ohne ein buchstäbliches und metaphorisches Draußen in unserem buchstäblichen wie metaphorischen Drinnen nicht aushalten.

Verknüpft wird die Eröffnung der Ausstellung zusätzlich mit der Präsentation einer druckfrischen Künstlermonographie, welche im Salon Verlag erschienen ist und die Arbeiten von Franz Burkhardt aus den Jahren 2006 bis heute auf 132 Seiten Revue passieren lässt.

Hinzuweisen ist auch auf die eigens gestaltete Thekensituation der Galerie: ein Wagnis ganz eigener Art. Der in Köln lebende Bildhauer Jörg Wagner (*1967) hat speziell für den neuen Galerieraum die funktionsfähige Skulptur entworfen und vor Ort aus Beton gegossen.

Harald Uhr

Manfred Schneider-LOKALKOSMOS

Exhibitionview Lokalkosmos, 2011

Exhibitionview Lokalkosmos, 2011

Exhibitionview Lokalkosmos, 2011

Exhibitionview Lokalkosmos, 2011

Eröffnung Freitag, 04. November 2011, 19 Uhr
Ausstellung 05. November bis 17. Dezember 2011

Manfred Schneider nähert sich den Bildern im Modus des Zweifels und bevorzugt für seine malerische Annäherung die heterogene oder hybride Form. Text und Bild, Figur und Grund, Abstraktion und Einfühlung, Ornament und Verbrechen bilden die Pole, zwischen denen die komplexen Arbeiten aufgespannt werden. In seiner mittlerweile dritten Einzelausstellung in der Galerie von Sebastian Brandl verhandelt Schneider auf zwei großen und zahlreichen kleineren Leinwänden das Verhältnis zu Bildern, die vor und neben, in und außerhalb der Kunst angesiedelt sind und eignet sich diese in einem langwierigen Prozess durch Übermalungen oder rahmende Umkreisungen an. An die Stelle von Innovation, an die Suche nach dem Neuen und Originellen treten die Infiltration, die ironische Verfremdung und das Zitat. Im Hintergrund nistet nicht zuletzt die unterschwellige Frage, wie denn die Bilder in unseren Kopf gelangen und welche Schlaufen sie dort auszulösen vermögen. Fotografische Fundstücke aus Illustrierten oder Tageszeitungen gehen dabei zusammen mit den malerischen Setzungen zahlreicher Schichten eine montagehafte Verbindung auf dem jeweiligen Bildträger ein.

Das Aussieben von Bildern aus der medialen Bildmaschine stellt für Schneider zuvorderst einen emanzipierenden Vorgang der Selbstverortung dar und ist weniger als Resultat von Verlustängsten oder gar als Kapitulation anzusehen. Weit eher ist damit ein vielschichtiges Ausloten der Zeitdimension im Prozess des Zeichengebrauchs markiert. Der Bildraum ist hierbei ein konstruktiv in die Verunsicherung getriebener Ort, aufgeteilt in über- unter-, vor- und hintereinander geschichtete Flächen mit unterschiedlichen Oberflächenbeschaffenheiten. Ein Gitternetz aus Linien verbindet die eingestreuten Inseln, in denen ein Bildpersonal, zeichenhaft und erzählend zugleich, als Protagonisten der Unruhe in beziehungsreiche Distanzen zueinander verharrt. Auf der Grenzlinie zwischen Darstellung und Abstraktion schmuggelt Schneider völlig ungeniert tagespolitische Inhalte in die labilen Strukturen des Bildes und sucht nach gegenläufigen Verspannungen und Verdichtungen, bei denen Mikro- und Makroperspektiven ineinander geschoben werden und Zeitbilder sich permanent überschneiden.

Ein Schleier scheint über den Motiven zu liegen und gemahnt an Bilder, die man mitnimmt, wenn man tief in der Nacht vor dem Fernseher wegdöst. Hierzu passt ein skulpturales Gebilde, ein mit Zeitungspapier ummanteltes Gestell, welches das Gehäuse für einen Fernsehapparat abgeben könnte. Anstelle der Flimmerkiste baumeln in diesem Möbelstück jedoch fünf Mercedessterne und suggerieren den Traum von einer Welt des soliden Wohlstandes im Kosmos des lokalen Wohnzimmers. Gerne darf an dieser Stelle die Frage aufgeworfen werden, welche Impulse ein Fernsehgerät abstrahlt, wenn die unterschwellig vermittelte und Konsens verpflichtende Werteskala auf ein solch simpel anmutendes Signet oder Klischee herunter gebrochen werden kann. Schneider reflektiert demnach sehr genau, wie Kultur in globalisierte Formen von Konflikten, Interessenlagen und Austauschverhältnisse eingebunden ist. Bei seiner Art, den Stillstand zu malen, kann man sich letzten Endes wohl nicht mehr sicher sein, ob man sich in der Idylle oder in der Hölle befindet. Die Übergänge scheinen sich zu verflüssigen. An den Betrachter ergeht ein emotionalisierter Appell mit selbstironischem Impetus.

Wie in einem Spagat setzt Schneider auch weiterhin auf die ungefilterte Sinnlichkeit des Bildes und lässt dennoch den Monitor-Blick nicht außen vor. Schneider verkoppelt Malerei und Fotografie, Privates und Öffentliches, das Eigene und das Ferne und verwebt darin seine auf Anschaulichkeit zielende mediale Reflexion. Nur so entgeht seine Kunst den allgemeinen Aufgeregtheiten und plädiert stattdessen für Momente des Zögerns, der Unterbrechung und der Überarbeitung, die eine genau kalkulierte Form der Zurückhaltung offenbaren und die Langeweile als Irritationsfaktor zum Einsatz bringen. Mit seinen Bildfindungen gelingt es dem Künstler auf mitunter subtil ironischer Weise die einlullend repräsentativen Sprechweisen des Öffentlichen durch intime, authentische Tonlagen in die Parameter individueller Erfahrung zurückzuübersetzen. Ein Weltbezug und ein Verhältnis zu Lebensrealitäten, wie offen oder verrätselt auch immer diese verstanden oder erspürt werden mögen, durchzieht Schneiders wechselvolle Bildproduktion im Medium der Malerei und bezeugt ihr Potential zur Selbstbehauptung und Existenzversicherung.

Julia Bünnagel – META

Exhibition view META

Exhibition view META


Exhibition 10 September – 29 October 2011
Julia Bünnagel verspannt im wörtlichen Sinn die Ausstellung in der Galerie Sebastian Brandl durch zwei Begriffe: ‘Meta’ und ‘Noumena’. Der Titel der aktuellen Schau ist nicht nur metaphorischer Anklang eines poetischen Überbaus. Vielmehr ist es eine ortsspezifische Arbeit, die von der Künstlerin für das Schaufenster entwickelt wurde. Von außen sieht der Betrachter eine schwarze, reflektierende Fläche, durchzogen von einem Netz aus Linien unterschiedlicher Direktion, die den Blick in den Ausstellungsraum gerade noch zulässt. Doch durch die strukturierenden horizontalen, vertikalen und diagonalen Geraden erzeugt das Linienmuster die Buchstaben META. Es ist eine viel zitierte Vorsilbe, die auch im kunstspezifischen Kontext gerne verwendet wird, um Inhalt und Bezüge sprachlich und formal von dem zu Sehenden zu trennen und auf etwas dahinter liegendes zu verweisen, seien es ‘Metaebenen’, ‘Metatext’ oder ‘Metatheorie’. Doch das Präfix wird neben dem immanenten auch zur ‘Metaphysik’ als prominentesten Ausdruck kombiniert. Abgeleitet von der Buchfassung der allgemeinphilosophischen Abhandlungen Aristoteles’, die im Buchregal hinter dessen Büchern zur Physik eingeordnet wird und die Frage behandelt, was Wirklichkeit ausmacht und nach den Gründen sowie Ursprüngen des Seienden sucht.
Die Erkenntnis über die Grundstruktur und Prinzipien von Wirklichkeit findet bei der darüber hinaus gehenden Idee des ‘Metaverse’ Anwendung. Als Denkmodell einer besseren Cyberwelt im Internet, geprägt vom Autor Neal Stephenson (Snow Crash, 1992), resultieren daraus verschiedene Browser basierte Computerspiele bis hin zu Second Life.

Julia Bünnagels Faszination für grundlegende Gitterstrukturen, wie auch für die Konstruktionsprinzipien von Wirklichkeit – als Anknüpfung an die Auseinandersetzung mit Raum im gesellschaftlichen Sinne von Architektur und Urbanität – liegt ebenfalls der Arbeit Get Loss in Abstract Thoughts zugrunde. Angefangen hat die Künstlerin mit einem modularen Schema auf Grundlage von Aluminium-Leisten, die sie in gleichmäßigem Abstand mit Löchern versieht. Aus diesem Gitterraster entwickelt sie eine gekippte Fassung, bei der sie die möglichen Verknüpfungen erweitert – und vorerst in der präsentierten Arbeit kulminiert. Denn aus der kubischen Anordnung konstruiert sie ein verschränktes, mehrfach gekipptes Ordnungssystem. Dafür sind im Besonderen die Raumfragmente verantwortlich, die aus zwei, in einem flachen Winkel zueinander gestellten Dreiecke bestehen. Als kleinste raumbildende Einheiten haben sie einen Winkel, der aus dem orthogonalen Raster fällt. Die einzelnen, individuellen Eckstücke scheinen eine spezifische Form zu konstituieren, von außen weiß, innen spiegelnd blau auf ein Zentrum ausgerichtet. Dennoch handelt es sich nicht um einen Explosionskörper, sondern um eine imaginierte Form, die sich nicht schließen lässt.

Julia Bünnagel schafft es, mit einfachen Mitteln Raum zu generieren. Durch die Fläche der Glasscheibe des Schaufensters wird der Innenraum der Galerie, durch die frei gelassenen Linien der Schrift erschlossen. Mit Linien, den Vierkant-Aluminium-Stangen, und gekippten Ebenen generiert sie ein nicht existierendes Körpervolumen, das dennoch präsent ist. Bei den von ihr entwickelten Werken handelt es sich um Modelle; offene Systeme, die sie entwirft, modelliert und präsentiert. Dabei ist der Schritt der ersten Umsetzung Schlüssel zum offenen Modellcharakter, den das ausgestellte Einzelwerk dann besitzt. Erst bei der handwerklichen Realisierung lässt sich das ideelle Konstrukt auf Machbarkeit überprüfen. Hier ist der Punkt, an dem sich die Arbeiten von Julia Bünnagel weiterdenken lassen.

Im zweiten Raum der Galerie führt die Künstlerin dem Betrachter einen Panoramakasten in kleinem Maßstab vor Augen. Ein neon-gelber Kubus, der sich als verkleinerter Entwurf eines Raumes denken lässt, hängt auf Augenhöhe. Eine durchlaufende Einkerbung in den drei sichtbaren Wänden suggeriert dem Betrachter eine imaginäre Ebene, die den Raum durchschneidet. Zitierend auf die Minimalistische Kunst und deren Formensprache zurückgreifend führt die Künstlerin vor, welche Wirkung dieser Eingriff auf ein räumliches Gefüge hat.
Die Klammer der Ausstellung schließt sich mit einer weiteren Textarbeit. Im Winkel ausgesägte und zusammengesetzte Buchstaben schichten sich zu einem verzerrten Kubus. Durch das Umschreiten des Objektes und der genauen Analyse der Bestandteile lassen sich die Buchstaben NOUMENA zusammensetzen. Etymologisch aus dem Griechischen stammend, insbesondere der Philosophie Immanuel Kants zugeschrieben, referiert der Begriff auf ‘das Gedachte’. Kant schließt seine transzendentale Analytik mit der Gegenüberstellung von Noumenon und Phänomen. Die ‘Dinge an sich’, die Noumena, bleiben unerkennbar – Möglichkeiten. Sie haben ihre Funktion in der Beschränkung der Sinnlichkeit und des Menschen selbst, da er Noumena nicht mit Kategorien erkennt; sie sind Gegenstand reinen Denkens. Nur die Welt der Erscheinungen kann erfahren werden.

Julia Bünnagel entwickelt Möglichkeitsräume, modulare Systeme, die sich den Grundformen Linie, Fläche, Volumen als Grundbausteine bemächtigen – Raumerzeugung mit reduktionistischen Mitteln, die nun der sinnlichen Erfassung offen steht.

GARAGE SALE

Exhibition view GARAGE SALE

Exhibition view GARAGE SALE

 

Exhibition 11 June – 29 July 2011

Arbeiten von Timo Behn, Christian Berg, Julia Bünnagel, Franz Burkhardt, Kerstin Fischer, Sven Fritz, Andrew Frost, Vincent Michea, Manfred Schneider, Jan Stieding

Raquel Maulwurf / Birgit Verwer – GOING NUCLEAR

Exhibition view GOING NUCLEAR

Exhibition view GOING NUCLEAR

 

Raquel Maulwurf / Birgit Verwer – GOING NUCLEAR

Exhibition 09 April – 28 May 2011

Unter dem betont aktuell erscheinenden Titel ‘Going Nuclear’ führt die Ausstellung Arbeiten zweier junger, in den Niederlanden lebende, Künstlerinnen zusammen. Im Fokus steht dabei jedoch nicht die nach wie vor bedrohlich prekäre Lage des havarierten Atomkraftwerks in Japan, wenngleich dieser Hintergrund als Folie selbstverständlich nicht ausgeblendet bleiben kann. In der Zusammenschau rückt die lange vor dem Katastrophenszenario konzipierte Ausstellung vielmehr grundlegende Fragen nach der Condition Humaine in den Blick. Errungenschaften des vermeintlich voranschreitenden Zivilisationsprozesses, seien sie mit Fluch oder Segen belegt, werden kreativ lustvoll zur Disposition gestellt.

Raquel Maulwurf, 1975 in Madrid geboren, beendete 1997 in Arnheim ihr Studium und lebt heute in Amsterdam. In verführerisch schönen, monumentalen Kohlezeichnungen bannt die Künstlerin das grelle Licht, welches unseren Tanz auf dem Vulkan hin und wieder schlaglichtartig erleuchtet, auf übergroßem Museumskarton. Die Bilder, auf die sie dabei zurückgreift sind uns nur zu geläufig: Kriegsschauplätze, Trümmerfelder, Flakfeuer und Bombenhagel auf große Städte verarbeitet Maulwurf zu eindringlichen Szenarien des Menschenuntergangs. Es sind solche ‘Ereignisblitze’, um einen Begriff des Philosophen Peter Sloterdijk aufzugreifen, bei denen die Welt ihre Farbe verliert. Offensichtlich resultieren sie aus einem unablässigen Drang des Menschen, sich, seine Gattung und die Umwelt zu zerstören. Mit ihren schwarz-weißen Serien zu einzelnen Themenkomplexen transformiert Maulwurf ihre Form der Welterkundung hin zu einer Selbstbefragung, geht der manische Zeichnungsprozess doch mitunter einher mit dem Ausloten des eigenen destruktiven Potentials. Der weiße Kartonuntergrund mutiert im künstlerischen Akt somit, bewusst überspitzt formuliert, zum Schlachtfeld. Eine eindeutige Stellungnahme bleibt, entgegen der landläufigen Erwartung, daher zunächst verwehrt. Für die aktuelle Ausstellung wählte Raquel Maulwurf eigens einige Arbeiten aus der 2008 begonnenen Serie ‘Going Nuclear’ aus, welche die bekannt schaurig schönen, jedoch vornehmlich beklemmenden Bilder von Atombombentests an diversen Orten des Globus wiedergeben. Mit dem Mururoa- und Bikini Atoll im Pazifik, oder Semipalatinsk im heutigen Kasachstan sind ausgelöschte Orte markiert, die vom Menschen hinfort nicht mehr aufgesucht geschweige denn bewohnt werden können. Lediglich die überkommenen Bilder künden noch von ihrer Präsenz.

Auch für die 1972 geborene und in Den Haag lebende Birgit Verwer steht die Frage, wozu der menschliche Geist fähig ist, im Zentrum der künstlerischen Arbeit. In ihren plastischen Collagen werden Fragmente der Wirklichkeit abgebildet, angeeignet, einverleibt, erfunden, verfremdet und verzerrt. Weniger das jeweils verwendete Medium steht dabei im Vordergrund, viel eher die Dringlichkeit des Anliegens. Dieses zielt auf einen selbstbestimmten, kritischen und kreativen Umgang mit unseren Symbolen, Werten und Vorbildern, verbunden mit der Einladung zum kommunikativen Austausch über uns und unsere Welt. Verhandelt werden das Wissen, die Macht und die Subjektwerdung des Menschen. Der Logik der Systeme und dem universellen Verblendungszusammenhang gilt es pointiert entgegenzutreten und spielerische Freiräume des offenen menschlichen Umgangs miteinander einzufordern. Für die Kölner Galerieräume fertigte Birgit Verwer eine weitere Version ihrer Ticketschalter, eine Collage aus entsorgten Möbelstücken, in welchem zwei ausgestopfte Füchse, stellvertretend für die zwei Seelen in unserer Brust, Karten für abgelegte Prioritäten zum Verkauf anbieten. Dass wir Menschen nicht ohne Illusionen leben können und uns deshalb nur all zu gerne mit Simulacra begnügen, bezeugt eine weitere Installation, die ein Automobil darstellt, wie Kinder es sich aus den Utensilien der Wohnungseinrichtung zusammenbasteln. Darin unternehmen sie weite Reisen in die entlegendsten Winkel dieser Erde und kommen doch nicht von der Stelle. Offenkundig gibt es immer einen Spielraum zwischen einer Form, einer Essenz und der entsprechenden Realität. Der Irrtum unterscheidet sich eben nicht radikal von der Wahrheit.

Wie weit sind wir in der Lage, in ein Zeitalter und ein Weltverständnis einzutreten, das ohne Mythen, Religion, Ideologien und Illusionen, mithin auch ohne uns selbst betreffende allgemeine Wahrheiten auskommen könnte? Raquel Maulwurf und Birgit Verwer weichen solchen Fragen nicht aus. Was beide Künstlerinnen verbindet, ist die souveräne formale Artikulation ihres Engagements, das zugleich die radikale Absage an den Fortschritt und dessen affirmative Ideologie bedeutet.

TIMO BEHN – ARBEITEN

Exhibition view

Exhibition view

 

Timo Behn – ARBEITEN

Ausstellung 15. Januar bis 19. März 2011

 

Kerstin Fischer – PULVER

 

Kerstin Fischer – PULVER

Ausstellung 30. Oktober bis 18. Dezember 2010